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Kaminabend Unternehmernachfolge der DG Stuttgart

DG Stuttgart, Restaurant Fässle, Stuttgart-Degerloch – 23.07.2026

Ein lauer Sommerabend, ein kühles Begrüßungsgetränk schon vor der Tür zum Restaurant, kurze Hallos und gegenseitiges Kennenlernen (nicht alle waren sich schon mal begegnet) – der Auftakt zu einem entspannten Gesprächsabend war gemacht: Lukas Maucher interviewt Mario Ahlberg.

Mario Ahlberg hat in den letzten 20 Jahren ein florierendes Unternehmen der Zulieferindustrie in der Metalltechnik mit 180 Mitarbeitern aufgebaut; entstanden aus der Übernahme kleinerer Fertigungs- und Engineering Firmen. Seit kurzem hat sein Sohn die Leitung übernommen.

Lukas Maucher kennt diese Perspektive des Neuen, den man zunächst mal kritisch beäugt. Er ist CFO und einer der Geschäftsführer des Private Equity Fondsmanagers SHS Capital in Tübingen. Zum Einstieg will er erst mal wissen, warum Mario Ahlberg, mit Mitte 40, sein erfolgreiches Angestelltenleben gegen die Unsicherheit der Selbständigkeit eingetauscht hat und ausgerechnet die Metallbranche wählte, von der er bis dahin wenig Ahnung hatte. Generalist mit Abstand zum Geschäft, so beschreibt er das selbst. Aber mit Weitblick und Vertrauen in seine Leute und deren Fähigkeiten. Ein gutes Händchen für Mitarbeiter sowie leistungsorientierten Teamgeist attestieren ihm nicht nur diese. Und nach bald 20 Jahren Allein-Entscheider-sein loslassen und den Sohn weitermachen lassen? So einfach war das dann doch nicht – weder für den Vater noch den Sohn. Der kam ebenfalls aus einer etablierten Angestelltenposition mit viel Anerkennung beim Daimler in Stuttgart. Und ließ sich auf ziemliche Unsicherheiten in Berlin ein. Zwar schnell in Verantwortung für die Produktion und ersten Erfolgen, aber doch unter ständiger Beobachtung. Da halfen die Erfahrung aus dem wichtigsten Kundenunternehmen von Ahlberg Metalltechnik, ambitionierte Ideen und Ziele sowie ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Dennoch, drei Jahre hat es gedauert, bis die Nachfolge perfekt war und der Sohn das Sagen hatte – zur Zufriedenheit beider (auch der Mitarbeiter und Kunden). Lukas Maucher wollte dann noch wissen, wie Mario Ahlberg die Firma finanziert hat (Family & Friends als stille Beteiligte waren wichtig). Zum Schluss ergänzte Lukas Maucher, wie er selbst mit knapp über 30 Jahren, in seine neue Rolle hineingewachsen ist. Und wie wichtig es in seiner Branche ist, das Vertrauen der Investoren in das eigene längerfristige Engagement für die Firma (und damit die Fonds) zu gewinnen.

Fragen, sehr persönliche Schilderungen, dazwischen hervorragendes Essen, aber auch anregende Erfahrungen und Hinweise aus der Runde (u.a. „es gibt viele Chancen für junge Leute mit Gestaltungswillen“) sorgten für einen sehr kurzweiligen Abend. Irgendwann mahnte aber der Gedanke ans frühe Aufstehen am nächsten Tag dann doch zum Aufbruch.

Autor: Reinald Wolff, DG Stuttgart