Unter dem Titel „Das jüdische Erbe Deutschlands am Beispiel des Coco-Schumann-Projekts“ lud die BKU-Diözesangruppe Hamburg am 4. November 2026 zu einer hybriden Veranstaltung ins Hotel Reichshof ein.
Der Abend hatte zwei Schwerpunkte: das Leben und musikalische Erbe von Coco Schumann, der als Jazzmusiker Theresienstadt und Auschwitz überlebte und sich als „Musiker, der im KZ war“ verstand, sowie die Arbeit der Israelstiftung in Deutschland. Beide Themen sind durch gemeinsame Veranstaltungen inzwischen miteinander verwoben, etwa als das Ensemble von Alexander Kranich die Verleihung des Zukunftspreises der Israelstiftung im Düsseldorfer Landtag in Anwesenheit des israelischen Botschafters begleitete. Beide stehen auch im politischen Fokus, nicht zuletzt wegen der angespannten Sicherheitslage rund um jüdische Themen in Deutschland.
Alexander Kranich, Vorstandsmitglied BKU-Diözesangruppe Hamburg, ordnete den Jazz als Ausdruck von Opposition im NS-Regime ein: Die Nationalsozialisten verfemten ihn als „undeutsch“, Musiker tarnten Titel und Rhythmen. Er schilderte zudem Propaganda-Jazz, die alliierten „Victory Discs“ und die Ghetto Swingers in Theresienstadt, deren vom NS-System propagandistisch inszenierte Auftritte ein stark geschöntes Bild der Lagerverhältnisse vermittelten.