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BKU Journal digital Unternehmerporträt: Tristan Berghaus, Gründer von Berghaus & Cie

BKU Journal digital: Sehr geehrter Herr Berghaus, Ihr Unternehmen Berghaus & Cie Weininvestments verspricht Wertanlegern beständige Renditen, kontinuierlicher Wertzuwachs und eine geringe Volatilität. Wie kamen Sie zur Idee und Gründung eines Unternehmens für Weininvestments – und was ist heute daraus geworden?

Berghaus: Das Investieren in exquisite Weine hat in Großbritannien eine jahrhundertealte Tradition, die historisch eng mit der Bordeaux-Subskription verwoben ist. Da ich in Großbritannien geboren wurde und meine Familie bereits seit über 30 Jahren in Wein investiert, kam ich früh mit dieser faszinierenden Assetklasse in Berührung. Als ich schließlich mein eigenes Portfolio aufbauen wollte, musste ich feststellen, dass es außerhalb des britischen Marktes kaum professionelle Anbieter gab. Diese Marktlücke war der Startschuss: Gemeinsam mit meinen Mitgesellschaftern haben wir die notwendige Infrastruktur selbst geschaffen.

Heute ist daraus der größte Anbieter für Weininvestments in Kontinentaleuropa gewachsen. Wir verwalten für unsere Kunden Portfolios mit vielen tausend Kisten der weltweit begehrtesten Weine. Herzstück unserer Arbeit ist unsere spezialisierte Infrastruktur in Genf: Sie bietet nicht nur ein Maximum an physischer Sicherheit, sondern durch den Status des Zollfreilagers auch erhebliche steuerliche Vorteile, was uns zum bevorzugten Partner für internationale Investoren macht.

BKU Journal digital: Gerade junge Menschen interessieren sich heute zunehmend für Investments unter anderem als Form privater Altersvorsorge, die angesichts eines demografisch und finanziell nicht nachhaltigen Rentensystems vielen immer dringlicher erscheint. Sind Weininvestments eher etwas für bereits erfolgreiche Anleger oder auch für Anfänger geeignet?

Berghaus: Wir beobachten ein starkes Interesse bei jungen Anlegern, die nach echten Alternativen zum volatilen Kapitalmarkt suchen. Weininvestments sind hierfür hervorragend geeignet, da sie kaum mit den klassischen Finanzmärkten korrelieren. Sie bieten eine bemerkenswerte Stabilität und sind zudem steuerlich äußerst attraktiv.

Dennoch ist Wein kein Instrument für kurzfristige Spekulation. Da der Wertzuwachs eng mit der biologischen Reifung und der zunehmenden Verknappung des Weins zusammenhängt, sollte man eine Haltedauer von mindestens 10 Jahren einplanen. Mein Rat an Einsteiger: Weininvestments sind die perfekte Beimischung, um ein Portfolio krisenfest zu machen. Man sollte jedoch bereits über eine solide Basis in anderen Anlageklassen verfügen und nur Kapital binden, auf das man langfristig verzichten kann. Wer so vorgeht, für den ist Wein nicht nur ein Sachwert, sondern eine generationenübergreifende Form der Wertstabilität, die gerade in unsicheren Zeiten für die Altersvorsorge enormen Sinn ergibt.

BKU Journal digital: Was würden Sie als erfolgreicher junger christlicher Unternehmer anderen jungen christlichen Unternehmern und Führungskräften raten, die selbst über eine Unternehmensgründung nachdenken?

Ich kann jedem Gründungsinteressierten empfehlen, sich auf etwas zu konzentrieren, das er oder sie mit echter Leidenschaft betreibt. Ich habe mich schon früh für unser Produkt begeistert – nicht primär als Konsument, sondern weil die Weinwelt sich ständig wandelt und man nie auslernt. Zudem erfüllt es mich, andere für dieses Thema zu begeistern. Hinter jedem großen Wein und jedem Winzer stehen faszinierende Geschichten, die es wert sind, erzählt zu werden.

BKU Journal digital: Auf Ihrem LinkedIn-Profil schaffen Sie es, ein so spezielles und komplexes Thema wie Weininvestments pointiert und unterhaltsam und zugleich stilvoll und kenntnisreich zu verkaufen – von besonderen Lagerungsverhältnissen im Weltraum bis hin zu den Vorzügen der Lagerung in einem professionellen Weinkellers. Wie gelingt Ihnen dieser Spagat in der Kommunikation zwischen klassischer unternehmerischer Seriosität und zeitgemäßer Zielgruppenansprache – und was fasziniert Sie besonders daran, das Thema Wein als Investment zu kommunizieren?

Berghaus: In der digitalen Welt verbreiten sich gut erzählte Geschichten wie ein Waldbrand. Über LinkedIn nutzen wir bewusst ein unterhaltsames Storytelling, um organisch eine enorme Reichweite zu erzielen. Doch so zeitgemäß unsere Kommunikation nach außen wirkt, so fundiert ist unsere Arbeit im Kern: Jeder, der über diese Kanäle zu uns findet oder uns im Büro besucht, spürt sofort die tiefe Seriosität und Diskretion, mit der wir unseren Investorenkreis betreuen.

Das Besondere an unserem Markt ist die extrem hohe Eintrittsbarriere. Der direkte Zugang zu den wirklich relevanten Weinen ist so limitiert, dass er für Laien oder neue Marktteilnehmer praktisch verschlossen bleibt. Diese Exklusivität ist unser Fundament. Auf der Kommunikationsebene nutzen wir dieses Privileg, um komplexe Inhalte verständlich aufzubereiten und uns als die führende, vertrauenswürdige Quelle für Weininvestments in Kontinentaleuropa zu positionieren. Wir verbinden quasi das Beste aus zwei Welten: die Dynamik des digitalen Zeitalters mit der Beständigkeit eines jahrhundertealten Sachwertes.

BKU Journal digital: Wein ist zugleich nicht nur ein Investment, sondern auch ein Kulturgut – und noch viel mehr als das: eine eucharistische Gestalt. Im Katechismus heißt es dazu: „In der Eucharistie ist also der ganze Christus, Gott und Mensch, auf sakramentale Weise gegenwärtig, das heißt unter den eucharistischen Gestalten von Brot und Wein. Im Zuge der Transsubstation werden Brot und Wein in Leib und Blut Christi verwandelt. Welche Rolle spielt der Wein angesichts dieser reichen kulturellen und theologischen Bedeutung für Sie – als Unternehmer, Weinfreund und Katholik zugleich?

Berghaus: Es ist zutiefst inspirierend, die Brücken zwischen diesen Welten zu schlagen. Jeder Wein, den wir kuratieren dürfen, ist das Ergebnis höchster handwerklicher Präzision. Wenn man die bedeutendsten Weine der Welt verkostet, wird man demütig: Es ist für mich ein wahres Wunder, wie aus den Gaben der Schöpfung und menschlicher Arbeit ein Produkt entsteht, das Jahrzehnte überdauert und Menschen über alle Grenzen hinweg verbindet.

In der Eucharistie erfährt diese materielle Kostbarkeit ihre höchste Vollendung. Dass Wein nicht nur ein Genuss- oder Wertgegenstand ist, sondern zur sakralen Gestalt wird, verleiht meiner täglichen Arbeit eine besondere Ehrfurcht vor dem Produkt. Eine persönliche Anekdote unterstreicht das für mich: Am Tag meiner Konversion wurde im Evangelium das Gleichnis vom Weinstock gelesen. Ein bloßer Zufall? Ich glaube nicht!

BKU Journal digital: Neben seiner sakramentalen Bedeutung ist der Wein auch als weltliches Genussgut eng mit dem Katholizismus verwachsen. Das zeigt sich nicht nur mit Blick auf die hohe Pro-Kopf-Verbrauchszahl im Vatikanstaat, sondern auch beim Blick in die Geschichte. In Gedenken an Weinwunder des Apostels Johannes gibt die Tradition des Johannisweins. Die Päpste Leo XIII. und Papst Pius X. waren wiederum Freunde des berühmten Mariani-Weins, der als Vorläufer der Coca-Cola gilt und mit dem Ethylester des Benzoylecgonins eine bisweilen mit Kokain verglichene Substanz enthielt. Papst Leo XIII. stimmte sogar zu, auf einem Werbeplakat für den Vin Mariani abgebildet zu werden. Ist Wein von und für Katholiken für Sie als Unternehmer und als Christ ein Thema?

Berghaus: Absolut. Wir unterstützen gerne katholische Winzer, indem wir ihre Weine beziehen. Auch wenn diese Tropfen nicht immer als klassisches Investment-Case infrage kommen, haben sie für uns einen hohen ideellen Wert.

Genau für solche Entdeckungen haben wir vor einigen Jahren unseren ‚Cru Club‘ ins Leben gerufen – einen Weinclub, bei dem wir quartalsweise eine Selektion besonders spannender Weine an unsere Mitglieder versenden.

Es erfüllt uns zudem mit besonderer Freude, dass wir mittlerweile auch diverse Klöster und Priesterseminare mit den Weinen katholischer Winzer beliefern dürfen. So schließt sich für uns der Kreis zwischen unternehmerischem Handeln und der Unterstützung kirchlicher Gemeinschaften.

BKU Journal digital: Papst Leo XIII. war zugleich nicht nur dem Mariani-Wein zugeneigt, sondern auch der Vater der Katholischen Soziallehre in Ihrer modernen Form. Welche Rolle spielen die Katholische Soziallehre und christliche Werte im allgemeinen in Ihrem unternehmerischen Alltag – und wie blicken Sie vor diesem Hintergrund auf die wirtschaftspolitischen Zustände in Deutschland?

Berghaus: Die Katholische Soziallehre ist für uns kein abstraktes Konzept, sondern gelebte Realität. Da unser Gesellschafterkreis ausschließlich aus katholischen Familien besteht, prägen diese Werte unser gesamtes Miteinander. Der starke Zusammenhalt, der gemeinsame Besuch der Heiligen Messe und das tägliche Tischgebet im Büro sind äußere Zeichen einer inneren Überzeugung.

Neue Mitarbeiter erfahren bei uns hautnah, was eine katholische Lebensführung ausmacht. Dabei üben wir keinerlei Zwang aus; vielmehr ist es das authentische Angebot einer Gemeinschaft, die in einer oft anonymen und kühlen Business-Welt echten Halt bietet. Dass dieses Umfeld regelmäßig ehrliches Interesse weckt und sogar schon zu Bekehrungen geführt hat, empfinde ich als größtes Kompliment für unsere Unternehmenskultur.

Wirtschaftlich gesehen ist unser Segment glücklicherweise weitgehend resistent gegenüber kurz- und mittelfristigen Krisen. Dennoch beobachten wir die wirtschaftspolitischen Zustände in Deutschland mit Sorge. Als Unternehmer fühlen wir uns unserer Heimat tief verbunden, doch die aktuelle Entwicklung des Standorts lässt uns mit Skepsis in die Zukunft blicken.