Kirche in gesellschaftlicher Verantwortung – Herausforderungen und Chancen christlicher Netzwerke in Zeiten des Wandels
Aachen, 30. Juni 2026 – Es war ein Abend, der noch lange nachwirken wird: Auf Einladung der DG Aachen des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU) trafen sich Mitglieder und Gäste zu einem offenen und bewegenden Wirtschaftsgespräch mit Generalvikar Jan Nienkerke im Generalvikariat Aachen. Unter dem Leitgedanken „Kirche in gesellschaftlicher Verantwortung – Herausforderungen und Chancen christlicher Netzwerke in Zeiten des Wandels“ entstand ein Austausch, der von Vertrauen, Neugier und echtem Interesse aneinander getragen war.
Der Vorsitzende der DG Aachen, Andree Brüning, begrüßte die Teilnehmenden mit spürbarer Herzlichkeit und dankte Generalvikar Jan Nienkerke von Herzen dafür, dass er dem BKU die Türen des Generalvikariats geöffnet hatte. Man spürte sofort: Hier sollte nicht nur repräsentiert, sondern wirklich miteinander gesprochen werden.
Nach einer persönlichen Vorstellungsrunde eröffnete Generalvikar Jan Nienkerke den Abend mit einem Impuls, der viele sichtlich berührte und zum Nachdenken anregte. Schnell entwickelte sich daraus ein dynamisches, vertrauensvolles Gespräch, in das sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit eigenen Erfahrungen, Zweifeln und Überzeugungen einbrachten.
Immer wieder kam man auf einen Gedanken zurück, der vielen am Herzen lag: Glaube ist keine Privatsache. Christlicher Glaube, so die geteilte Überzeugung, muss sich im gesellschaftlichen Engagement, im wirtschaftlichen Handeln und im ganz persönlichen Alltag zeigen. Die Katholische Soziallehre mit ihren Grundprinzipien Personalität, Subsidiarität, Solidarität und Nachhaltigkeit wurde dabei nicht als graue Theorie, sondern als lebendiger Kompass beschrieben, der wirklich trägt.
Viel Raum nahm die Frage ein, welche Rolle Kirche heute in der Gesellschaft spielt – als geistliche Gemeinschaft, als bedeutender Arbeitgeber und Wirtschaftsakteur, aber auch als Institution, die derzeit mit einer spürbaren Vertrauenskrise ringt. Ehrlich und ohne Schönfärberei wurde diskutiert, wie Kirche heute mehr denn je Räume der Begegnung öffnen und aktiv den Dialog mit Wirtschaft und Gesellschaft suchen muss.
Ein besonders Moment des Abends war die gemeinsame Suche nach einer echten Verantwortungspartnerschaft zwischen Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft. Christliche Ethik, so waren sich alle einig, ist keine Träumerei, sondern eine tragfähige Grundlage für eine soziale und verantwortungsvolle Wirtschaftsordnung – und der BKU kann und will als christliche Wertegemeinschaft hierzu seinen Beitrag leisten.
Mit spürbarem Ernst, aber auch mit Zuversicht wurde über den gesellschaftlichen und kirchlichen Wandel gesprochen. Wie kann Veränderung gelingen? Resilienz wurde als das Fundament beschrieben, auf dem echte Innovation überhaupt erst wachsen kann. Und immer wieder betonten die Teilnehmenden, wie entscheidend es ist, in solchen Prozessen zuzuhören, unterschiedliche Perspektiven wirklich ernst zu nehmen und die Menschen mitzunehmen, statt sie zurückzulassen.
Mehrfach wurde ganz offen die Haltung hinterfragt, früher sei alles besser gewesen. Stattdessen richtete sich der Blick nach vorn, mit einer Frage, die viele mit nach Hause nahmen: Wie stellen wir uns Kirche in Zukunft vor? Auch die zunehmende Glaubenskrise vieler Menschen wurde offen angesprochen. Kirche, so der Tenor, muss Orte schaffen, an denen Begegnung, Gemeinschaft und Glaube wirklich spürbar bleiben – denn wo sich Kirche zurückzieht, füllen andere diesen Raum. Genau deshalb brauche es den Mut, Kirche antizyklisch zu denken: offen, dialogbereit und mittendrin in der Gesellschaft statt am Rand.
Sichtlich gefreut hat sich der Vorsitzende der DG Aachen, Andree Brüning, über die große Resonanz auf die Veranstaltung. Neben vielen Mitgliedern der DG Aachen durfte er auch Gäste aus anderen BKU-Diözesangruppen im Rheinland willkommen heißen. Ein ganz besonderer Moment war für ihn die Präsenz des Jungen BKU, dessen Mitglieder sich mit eigenen Fragen und frischen Perspektiven engagiert einbrachten – ein schönes Zeichen dafür, dass der Verband generationenübergreifend lebt und wächst.
„Der intensive und offene Austausch hat mir noch einmal gezeigt, wie groß die Sehnsucht nach echtem Dialog zwischen Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft ist. Gerade in Zeiten des Wandels brauchen wir solche Begegnungsräume mehr denn je“, resümierte Andree Brüning zum Abschluss des Abends – sichtlich bewegt von den Gesprächen dieses besonderen Abends.
Beim anschließenden gemeinsamen Abendessen im Restaurant Pasta klangen die angeregten Gespräche in persönlicher, fast familiärer Atmosphäre aus. Bestehende Kontakte wurden vertieft, neue Freundschaften geknüpft. Die DG Aachen des Bundes Katholischer Unternehmer dankt Generalvikar Jan Nienkerke von Herzen für seine Offenheit, seine inspirierenden Impulse und die herzliche Gastfreundschaft im Generalvikariat. Dieser Abend hat eindrucksvoll gezeigt, wie wertvoll und wie nötig der vertrauensvolle Austausch zwischen Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft für die gemeinsame Zukunft ist.