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Katholische Unternehmer fordern Minijob-Reform

Der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) fordert eine Reform des Minijobs. Dabei gelte es nach Ansicht des BKU, den Sonderstatus des Minijobs abzubauen, seine Flexibilität zu erhöhen und ihn zu entbürokratisieren. Kritik üben die katholischen Unternehmer an Plänen einer Erhöhung der Steuer- und Abgabenlast bei Minijobs. „Grundsätzlich sind auf Flexibilität ausgerichtete Teilzeit-Arbeitsmodelle wie der Minijob aus unternehmerischer Sicht heutzutage nicht mehr wegzudenken, sondern zu erhalten und weiterzuentwickeln“, betont der BKU-Bundesvorsitzende Dr. Martin Nebeling.

„Allerdings“, ergänzt Dr. Michael Gude, Schatzmeister des BKU, „ist er arbeitgeberseitig mit viel zu hohen bürokratischen Hürden belastet, zum Beispiel bei der Deckelung des Verdienstes – und zugleich mit hohen Kosten. Die Steuern und Abgaben auf Minijobs für Arbeitgeber weiter zu erhöhen, würde den ohnehin wegen steigender Personalkosten hinterherhinkenden Wirtschaftsstandort Deutschland zudem schwächen.“

BKU: Sollten die Sonderregelungen für Minijobs wegfallen, braucht es einen steuerlichen Ausgleich

Für den Fall, dass der Gesetzgeber den Minijob ersatzlos abschafft, warnt Gude vor den Folgen gerade für Zweitverdiener in Steuerklasse V – etwa Ehepartner von gutverdienenden Hauptverdienern: „Eine volle Sozialversicherungs- und Steuerpflicht bei einem Nebenverdienst funktioniert nicht. Schon ab dem ersten Euro drohen dort Grenzsteuersätze von mehr als 20 Prozent, dazu kommen rund 20 Prozent Sozialabgaben – bei nur geringfügig steigenden Rentenansprüchen.“

Der BKU schlägt deshalb vor, für den Fall einer Abschaffung des Minijobs einen echten Freibetrag im Einkommensteuergesetz zu verankern: „Ein solcher Freibetrag für Nebenverdienste, angelehnt an § 3 Nr. 26 EStG, würde genau die Fälle abfedern, in denen sich Arbeit sonst schlicht nicht mehr lohnt“, so Gude. Zu flankieren sei ein solcher Freibetrag aber „mit einem dringend nötigen, grundsätzlichen Sparkurs in puncto Staatsausgaben“, wie Gude abschließend mit Blick auf die Finanzierbarkeit des Vorhabens betont.