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Nach Stuttgart 21-Chaos und Totalausfall: BKU fordert Bahnprivatisierung

Der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) fordert mit Blick auf den Zustand der Deutschen Bahn (DB) mehr unternehmerische Initiative – und auf lange Sicht eine Privatisierung. Zum Anlass nimmt der katholische Unternehmerverband zwei aktuelle Negativ-Schlagzeilen der DB: die durch jahrelange Verzögerungen explodierenden Kosten für Stuttgart 21 und der jüngste, durch einen technischen Fehler verursachte Totalausfall der Bahn.

„Der Staat ist nicht der bessere Unternehmer. Wir haben in Deutschland verantwortungsvolle Unternehmen, etwa in der Autoindustrie, die aufgrund eigener hoher Expertise und mit Unterstützung von nichtstaatlichen Prüfstellen wie dem TÜV hohe Sicherheitsstandards gewährleisten und gleichzeitig effizienter arbeiten“, erklärt der BKU-Bundesvorsitzende Dr. Martin Nebeling.

„Bei der zu 100 Prozent dem deutschen Staat gehörenden Deutschen Bahn hingegen sehen wir gravierende Leistungsdefizite und Missmanagement durch fehlende unternehmerische Führung sowie Sicherheitsrisiken durch veraltete oder fehlende Technik“, so Nebeling weiter.

Dabei sieht er einen Zusammenhang zwischen Fehlplanungen, Sicherheitslücken und mangelndem Unternehmertum in der bundeseigenen DB. Als Belege nennt Nebeling die weiteren Verzögerungen und Mehrkosten bei Stuttgart 21 ebenso wie den bundesweiten Ausfall durch veraltete, nicht ausreichend redundante Funktechnik am 23. Juni.

BKU: Keine leistungsfähige Schiene ohne mehr unternehmerische Initiative

„Sicherheit und Wirtschaftlichkeit unserer kritischen Infrastruktur gehören zusammen. Gerade der hocheffiziente deutsche Hightech-Mittelstand kann der DB innovative Konzepte liefern, die Leistung, Effizienz und Sicherheit der Schiene kurzfristig steigern“, ergänzt Dr. Thomas Tietz, Leiter des BKU-Arbeitskreises Energie und Nachhaltigkeit.

Nebeling sieht darüber hinaus auch grundsätzlichen Reformbedarf: „Wir müssen kurzfristig ins Handeln kommen, um unsere Infrastruktur zu schützen, dürfen aber langfristig die Leistungsfähigkeit der Bahn nicht aus dem Blick verlieren. An einer Privatisierung der DB wird dabei auf lange Sicht kein Weg vorbeiführen. Ohne mehr unternehmerische Initiative wird es keine leistungsfähige Schiene geben.“

Als positive Beispiele seien seit Jahren privatisierte ehemalige Staatskonzerne wie die Deutsche Telekom, Deutsche Post und die Lufthansa zu nennen. Diese Unternehmen erwirtschafteten Steuereinnahmen für den Staat, anstatt ihn weiter zu belasten, so Nebeling abschließend.