BKU-Geschäftsführer Dekorsi: Werte und wirtschaftlicher Erfolg bedingen einander
In seinem aktuellen Gastbeitrag für das Magazin „Wirtschaft & Ethik“ der Gesellschaft zur Förderung von Wirtschaftswissenschaften und Ethik e.V. warnt BKU-Geschäftsführer David Dekorsi davor, Verantwortung zunehmend an den Staat zu delegieren. Eine Wirtschaft, die Verantwortung vermeide, verliere ihre Innovationskraft, so Dekorsi: Sie werde vorsichtig „und damit auf Dauer schwächer“.
Anlass ist ein Trend, der sich aus Sicht Dekorsis in den vergangenen Jahren weiter verfestigt hat: Immer mehr Verantwortung werde an den Staat abgegeben. Was kurzfristig Stabilität verspreche, habe jedoch eine langfristige Nebenwirkung – Verantwortung werde entpersonalisiert. Gerade Unternehmer müssten daher den Mut haben, Entscheidungen zu treffen, und die Bereitschaft, für deren Konsequenzen einzustehen, schreibt Dekorsi – „nicht trotz möglicher Fehler, sondern im Bewusstsein, dass Fortschritt ohne sie nicht möglich ist“.
Besonders in den Blick nimmt Dekorsi die junge Generation. Viele junge Menschen suchten nach Sinn, nach Wirkung und nach der Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen – wüchsen jedoch gleichzeitig in einem Umfeld auf, das stark auf Absicherung ausgerichtet sei. „Wir erziehen eine Generation zur Sicherheit – und erwarten von ihr Verantwortung“, so Dekorsi. Dieser Widerspruch lasse sich nicht durch Appelle auflösen, sondern nur durch gelebte Praxis.
Unternehmer könnten hier eine Schlüsselrolle spielen, indem sie Verantwortung nicht meiden oder delegieren, sondern bewusst vorlebten und Räume schüfen, in denen junge Menschen Entscheidungen treffen dürften. Wirtschaftlicher Erfolg und wertebasiertes Handeln seien dabei kein Gegensatz, so Dekorsi, sondern bedingten einander – und die Perspektive der Jüngeren sei „keine unfertige, sondern eine bereichernde“.
Am Ende gehe es nicht nur um ein „Weniger“ an Staat, sondern vor allem um ein „Mehr“ an Verantwortung auf Seiten derjenigen, die gestalten könnten, so Dekorsi. Subsidiarität sei kein Selbstzweck, sondern Ausdruck eines bestimmten Menschenbildes: des mündigen, verantwortungsfähigen Individuums. Die Soziale Marktwirtschaft brauche Unternehmer, die Verantwortung übernähmen – „nicht, weil sie gezwungen werden, sondern weil sie wollen“. Sein Fazit: „Die Zukunft gehört nicht den vorsichtigsten Unternehmen. Sie gehört den verantwortungsbewusstesten.“
Bild: Luca Samlidis