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Vorweihnachtlicher BKU-Kaminabend mit Msgr. Dr. Markus Hofmann, Stadtdechant von Bonn

Am 17. Dezember 2025 trafen sich rund 30 Gäste zu einem adventlichen Kaminabend mit Monsignore Dr. Markus Hofmann, seit dem 1. März 2025 Stadtdechant von Bonn. Gastgeber der Veranstaltung waren Dr. Rüdiger von Stengel als Vorsitzender der Diözesangruppe Bonn des BKU, und seine Frau Nataly von Stengel, welche Dr. Hofmann herzlich im Kreise des Bonner BKU begrüßten.

Einblicke in das Amt des Stadtdechanten

Nach seiner Ernennung durch Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki trat Msgr. Dr. Markus Hofmann Anfang März das Amt des Stadtdechanten und zugleich die Pfarrleitung der Innenstadtgemeinden St. Martin (Bonner Münster) und St. Petrus an – mit seiner offiziellen Einführung im Bonner Münster im März 2025.

Geboren 1968 in Porz am Rhein, absolvierte Hofmann sein Theologiestudium in Bonn und in Rom sowie die pastorale Ausbildung in Köln. Nach seiner Priesterweihe im Kölner Dom 1995 folgten Stationen als Kaplan, ein Dogmatik-Studium mit Promotion über Maria, die neue Eva, und mehrere Leitungsaufgaben in der Ausbildung von Priestern. 2018 wurde er Generalvikar des Erzbischofs von Köln, ein Amt, das er bis 2022 ausübte. Seit 2012 ist er zudem residierender Domkapitular des Kölner Domkapitels. Bereits in seiner Kölner Zeit unterstützte Dr. Hofmann als geistlicher Begleiter die Arbeit der DG Köln des BKU.

In seiner Funktion als Bonner Stadtdechant nimmt Markus Hofmann eine Scharnierfunktion ein – zwischen der kirchlichen Verwaltung des Erzbistums Köln und den Bonner Gemeinden. Er vertritt nicht nur seelsorgerische Interessen, sondern koordiniert auch zentrale Dienste für die rund 25 Gemeinden im Stadtgebiet, etwa Ehe-, Familien- und Lebensberatung, Gehörlosenseelsorge, Notfallseelsorge, Universitäts- und Klinikseelsorge, das Schulreferat und die Telefonseelsorge. Auch die Zusammenarbeit von Caritas und Diakonie sowie Mitarbeit an einer lebendigen Ökumene für Bonn liegen im Aufgabenbereich eines Stadtdechanten.

Einen kleinen Einblick in die Komplexität der Aufgabe zeigt u.a. auch die Struktur der kirchlichen Verwaltung: Bis Ende des Jahres ist im Stadtdekanat eine Regional-Rendantur mit etwa 100 Mitarbeitenden tätig. Ab Januar 2026 werden die vier bisherigen Regional-Rendanturen zu einer zentralen Einheit  zusammengeführt, was auch dem Stadtdechanten  Entlastung und mehr Freiraum für Seelsorgeaufgaben bringen wird.

Gespräch über Kirche und Gesellschaft

Monsignore Hofmann zeichnete sein persönliches Verständnis von Kirche in Bonn: Zuhören, Versöhnen, Ermuntern und den Blick auf Christus richten sei tragender Inhalt seines Dienstes. Er machte durch seinen Vortrag den Anwesenden anschaulich, wie sehr die Freude am priesterlichen Dienst seine wichtigste Antriebskraft sei.

Die anschließende Diskussion spiegelte die Vielfalt der Teilnehmenden wider. Fragestellungen betrafen unter anderem:

  • Wie kann die Kirche in einer zunehmend säkularisierten Welt Menschen erreichen, die für unsere Feier des Gottesdienste nicht mehr erreichbar sind?
  • Wie können Kirchen als sakrale Orte und Räume zur Feier der Eucharistie eine angemessene Würdigung und Gestaltung erfahren?
  • Welche Zugänge und Vermittlung können wir zur zentralen Bedeutung des Bonner Münsters für die Entwicklung der Stadt Bonn und der Kirche von Bonn schaffen?

Auf die Frage nach Evangelisierung in der Welt von heute antwortete Hofmann wie schon auf frühere Anfragen mit einem Zitat des verstorbenen Weihbischofs Dr. Klaus Dick: „Wenn es ein einfaches  Patentrezept für die Evangelisierung gäbe, dann hätte der Herr es garantiert den Aposteln gesagt.“ Eines sei für ihn dabei klar: „Es geht jedenfalls nicht ohne das ernsthafte Bemühen der einzelnen Christen in der Gemeinschaft der Kirche.“

Die Mitarbeit in zahlreichen Gremien und zentralen Dienstleistungen für die Menschen und die Kirche in Bonn , die im Amt des Stadtdechanten zusammenlaufen, böten schon zahlreiche Möglichkeiten zur Mitgestaltung Hier sei er noch immer in der Situation des Ankommens, so Dr. Hofmann, und des Würdigens dessen, was bereits vorhanden ist.

Als zentrale Aufgabe der Kirche betonte Hofmann, den Menschen zu helfen, eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus zu entwickeln – ein Weg, der bei jedem Menschen neu beginnt. Wie es bereits Papst Benedikt XVI. in seiner Zeit als Bonner Professor für Fundamentaltheologie formulierte: „Bei jedem Menschen fängt das Abenteuer von Gottes Gnade und Freiheit neu an.“

Fazit

Der Kaminabend bot einen intensiven, persönlichen und zugleich geistlich geprägten Austausch über Gegenwart und Zukunft kirchlichen Lebens in Bonn. Mit klarer Haltung, theologischer Tiefe und echter Gesprächsbereitschaft gab Msgr. Dr. Markus Hofmann einen lebendigen Einblick in seine Aufgaben als Stadtdechant und Pfarrer. Die DG Bonn des BKU dankt allen Teilnehmenden sowie den Gastgebern Dr. Rüdiger und Nataly von Stengel für einen bereichernden adventlichen Abend im Blick auf das Geburtsfest des Herrn der Geschichte.

Hans-Jürgen Dörrich, Bonn