Profilierung im Zentrum
Unternehmerische Mittagstafel mit Franziska Harter/Tagespost am 10.02.2026 im International Club Berlin
„Draußen war es Winter und drinnen eng und gemütlich.“ (Eigentlich war es voll.)
Wieder einmal hatten sich zu wenige angemeldet. Der Raum war für 20 Personen ausgelegt. Es waren aber rd. 40 Personen gekommen. „Biblisch gesprochen“: zuerst war das Chaos und dann kam das Wort – der Vortrag von Franziska Harter, Chefredakteurin der „Tagespost“.
Die Leute wurden nicht enttäuscht – denn, oh Wunder, es war wirklich „tages-post-politisch“ interessant.
Bei seiner Begrüßung und Präsentation von Franziska Harter bemerkte der DG-Vorsitzende Richard Schütze beiläufig, dass sein Rucksack mit allen Papieren, Ausweisen und Geldkarten sowie seinem Laptop am Tag zuvor gestohlen worden war und berichtete kurz von den laufenden Ermittlungen der Polizei.
Damit war volle Aufmerksamkeit hergestellt und der Teppich für den Vortrag von Frau Harter ausgerollt.
Zu Beginn des neuen Jahres hatte die „Tagespost“-Chefredakteurin an einer spontan anberaumten Privataudienz bei Papst Leo XIV. im Vatikan teilgenommen. Der Papst wollte sich aus erster Hand über die Wünsche und Anliegen der jungen Katholiken in Deutschland sowie über die Wahrnehmung des und auch die Kritik am deutschen „Synodalen Weg“ durch die Vertreter der katholischen Initiative „Der neue Anfang“ mit dem Initiator Bernhard Meuser und dem Autor und Experten Dr. Martin Brüske informieren. Nach dem Eindruck von Frau Harter war der Papst bereits sehr gut über die Situation der katholischen Kirche in Deutschland informiert.
Die Einheit der katholischen Kirche in Deutschland mit der katholischen Weltkirche ist für Papst Leo XIV., wie schon für seine Vorgänger, ein zentrales Anliegen.
Franziska Harter berichtete über ihre persönlichen Eindrücke und gab weitere Einblicke – auch über die Verteilungskämpfe in den Zeiten knapper Kassen innerhalb der deutschen Kirche und deren Bedeutung für und auf dem „Synodalen Weg“.
Sie ist seit rund 9 Monaten Chefredakteurin der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“ und führt damit eine Redaktion, die über ganz Deutschland und Europa verteilt ist. Täglich stimmt sich die Redaktion online ab und einmal monatlich trifft man sich für mehrere Tage in Würzburg, dem Stammsitz der Publikation. Die Tagespost will als Wochenzeitung eine zentrale katholische Stimme im deutschsprachigen Raum sein. Damit ist eigentlich der Papst der „Chefredakteur h.c.“ des Mediums.
In einer Zeit, in der „kritischer Journalismus“ – zumindest bei den Printmedien – immer einheitlicher dem Zeitgeist frönt, ist eine katholische Sichtweise schon fast eine „alternative Sicht“.
Damit rückt „Die Tagespost“ in mehrfacher Hinsicht ins Zentrum. Denn neben dieser gesellschaftspolitischen Positionierung ist auch eine besondere Profilierung in den Bereichen Kunst und Kultur für „Die Tagespost“ identitätsstiftend.
Im Herbst 2019 hat Papst Benedikt die „Tagespost-Stiftung für katholische Publizistik“ ins Leben gerufen. Mit ihrer Hilfe werden junge Journalisten für einen modernen katholischen Journalismus ausgebildet. Es soll glaubhaft und im Dienste der Wahrheit über Kirche und Welt berichtet werden – nicht nur im Printbereich, sondern in allen (sozialen) Medien.
Zudem soll katholische Medienarbeit vor innerkirchlichen Auseinandersetzungen und politischer Einflussnahme bewahrt werden, indem mit Hilfe der Stiftung eine Finanzierung ohne Inanspruchnahme von Kirchensteuern und staatlichen Zuwendungen ermöglicht wird.
Viele Teilnehmer und Gäste des „BKU-Mittagstischs“ outeten sich als „Tagespost“-Abonnenten; zu vermuten ist, dass mit dieser interessanten Veranstaltung noch weitere „Schnupper-Abos“ dazu gekommen sind.
Test: Dr. Jörg W. Höwer | Bilder: Norman Gebauer