BKU warnt vor Benachteiligung und Bürokratie durch Entgelttransparenzgesetz
Der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) fordert eine stärkere Berücksichtigung der Interessen der deutschen Wirtschaft und des tarifpolitischen „Dritten Wegs“ der kirchlichen Dienstgeber bei der dieses Jahr anstehenden Erweiterung des seit 2017 geltenden Entgelttransparenzgesetzes (EntgTranspG).
Bis zum 7. Juni 2026 hat die Bundesregierung die EU-Entgelttransparenzrichtlinie 2023/970 im nationalen Recht abzubilden. Diese regelt Auskunftspflichten und das Verbot geschlechtsspezifischer Diskriminierung. Grundsätzlich begrüßt der BKU die Umsetzung der EU-Richtlinie. Zugleich warnt der Verband vor weiterem wirtschaftsschädlichem Bürokratiewachstum und einer Benachteiligung des tarifpolitischen „Dritten Weges“ kirchlicher Dienstgeber.
„Schon jetzt hat die wachsende Bürokratie mit ihren umfassenden Berichtspflichten für Unternehmen erdrückende und standortgefährdende Ausmaße angenommen“, betont der BKU-Bundesvorsitzende Dr. Martin Nebeling. Die Lohnungleichheiten zwischen Frauen und Männern seien zwar – genauso wie jene zwischen Ost- und Westdeutschland – eine wichtige tarifpolitische Herausforderung.
BKU: Unternehmen und „Dritter Weg“ müssen stärker berücksichtigt werden
Doch gleichzeitig erklärt Nebeling: „Gerade in dieser kritischen Wirtschaftslage dürfen die vielfach ohnehin schon leidenden Unternehmen nicht weiter unter Druck gesetzt werden.“ Die Bundesregierung müsse sich der schwierigen Aufgabe stellen, die Tarifbindung zu stärken und Lohnungleichheiten zu mindern, ohne Unternehmen noch mehr unnötig zu belasten, als dies ohnehin schon der Fall sei.
Zudem dürfe das erneuerte Entgelttransparenzgesetz „kirchliche und weltliche Tarifwerke nicht für ihre freiwillige Tarifbindung mit neuen bürokratischen Lasten bestrafen“. Statt eines „teils infrastrukturschwächende Ausmaße annehmenden Arbeitskampfs“, wie Nebeling ihn unter anderem bei der Bahn beobachte, setzten kirchliche Dienstgeber wie die Caritas mithilfe ihres tarifpolitischen „Dritten Weges“ auf gute und gerechte Löhne bei verlässlicher Leistung.
Der BKU unterstützt und koordiniert das hinter der „Erklärung von Münster zur Lohngerechtigkeit“ versammelte katholische Bündnis unter dem Sprecher Werner Schniedermann zusammen mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und der Kolping-Initiative „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“. Die Initiative fordert eine Stärkung der Sozialpartnerschaft und der Tarifbindung ohne Bürokratiewachstum und unter Einschluss des „Dritten Weges“ der Kirchen.