Zum 150. Geburtstag Adenauers: BKU erinnert an christliche Grundwerte
Angesichts des 150. Geburtstags des ersten und langjährigen deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauer (CDU) am 5. Januar 2026 erinnert der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) an die christlichen Grundlagen unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, die auch Adenauer zu betonen gepflegt hatte. „Gerade heute sollten wir uns alle daran erinnern, dass Menschenrechte, Grundgesetz und Soziale Marktwirtschaft gemeinsame christliche Wurzeln haben, deren Einfluss es wieder stärker geltend zu machen gilt“, erklärt der BKU-Bundesvorsitzende Dr. Martin Nebeling zum 150. Geburtstag Adenauers.
Der erste deutsche Bundeskanzler – zu dessen Beraterkreis auch der erste Geistliche Berater des BKU, Prof. Dr. Joseph Kardinal Höffner, zählte – hatte so etwa betont, dass es unserer christlichen Weltanschauung entspricht, „daß jeder einzelne Mensch von Gott stammende, im Naturrecht begründete Rechte gegenüber jedem, auch gegenüber dem Staate und seinem Volke hat“.
Adenauers christlich geprägtes Verständnis demokratischen Dialogs
Diese „Weltanschauung über Freiheit und Würde des Menschen“, so Adenauer, „hat sich im Laufe der Jahrhunderte auf christlichem Boden entwickelt, sie ist gemeinsames Gut beider christlicher Konfessionen“. Dieses Wissen um die christlichen Wurzeln unserer Grundordnung äußerte sich in Adenauers Dialogverständnis, das verlangt, „daß man dem politisch Andersdenkenden mit Achtung und mit Vertrauen gegenübertritt, daß man sich müht, seine Gedanken, seine Gründe zu verstehen, daß man versucht, zu einer Verständigung mit ihm zu kommen, und daß man zu dem doch immerhin gewaltsamen Mittel der Überstimmung nur dann greift, wenn es nicht anders geht.“
Warnungen vor staatlichem Zentralismus und Klassenkampf
„Aber auch Adenauers Perspektive auf Wirtschafts- und Sozialpolitik sollten wir heutzutage angesichts wachsender Staatsschulden, zunehmenden staatlichen Interventionismus und übermäßiger Bürokratie wieder verstärkt verinnerlichen“, so Nebeling. Unter anderem hatte Adenauer betont: „Die öffentliche Hand muß mit der Selbstbeschränkung vorangehen.“ Zudem wusste er: „Man kann keine Sozialpolitik treiben, wenn nicht eine starke, gute und ertragreiche Wirtschaft sowie die finanzielle Unterlage für die Sozialpolitik vorhanden sind.“
Überhaupt warnte Adenauer vor einer Zentralisierung der politischen und der wirtschaftlichen Macht beim Staat oder bei einer Klasse: „Wer demzufolge das Prinzip des Klassenkampfes vertritt, ist ein Feind der Freiheit der Einzelperson, er bereitet zwangsläufig den Weg der Diktatur im Fühlen und Denken seiner Anhänger vor.“
Bildquelle: Bundesarchiv, B 145 Bild-F078072-0004 / Katherine Young / CC BY-SA 3.0 DE, CC BY-SA 3.0 de, Link
Zitatquelle: Bundeskanzler-Adenauer-Haus/Konrad-Adenauer-Stiftung, Link