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Erstes Forum Kirche und Wirtschaft in Offenburg mit Keynote des BKU-Ehrenvorsitzenden

Mit einer außergewöhnlich großen Resonanz fand am Mittwochabend, 19. November 2025, erstmals das „Forum Kirche und Wirtschaft“ in Offenburg statt. Über 140 Führungskräfte aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Kirche aus der Ortenau und dem südlichen Oberrhein nahmen daran teil – ein eindrucksvolles Zeichen für die hohe Relevanz des Themas „KI, Ethik und Soziale Marktwirtschaft“.

Die Keynote hielt der BKU-Ehrenvorsitzende Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Ulrich Hemel, Unternehmer und ehemaliger Direktor des Weltethos-Instituts Tübingen. Der Vortrag Hemels wurde im Nachgang auf YouTube veröffentlicht.

Eröffnet wurde der Abend durch Offenburgs Oberbürgermeister Marco Steffens, Prof. Dr. Stephan Trahasch, Rektor der Hochschule Offenburg, und Simon Rockenstein, Leiter des Forum Kirche und Wirtschaft der Erzdiözese Freiburg. Im gemeinsamen Auftakt-Talk betonten sie die Bedeutung von werteorientierten Dialogformaten und regionalen Netzwerken angesichts der tiefgreifenden Veränderungen durch Künstliche Intelligenz in Verwaltung, Wissenschaft und Kirche.

Die Keynote des BKU-Vorsitzenden Hemel wurde von den Teilnehmern als „Impuls-Feuerwerk“ aufgenommen. Hemel betonte mehrfach, wie wichtig Formate wie das „Forum Kirche und Wirtschaft“ seien, um über Berufs- und Sektorengrenzen hinweg im Gespräch zu bleiben. Nur so könne der gesellschaftliche Wandel durch KI verantwortungsvoll gestaltet werden.

In seinem Schluss-Statement formulierte Hemel zentrale Leitgedanken für eine zukunftsfähige, ethisch verantwortete Digitalisierung:

  • Fördert oder hemmt eine digitale Anwendung Menschlichkeit?

  • Investition in ethische Sprach- und Handlungsfähigkeit

  • Klärung des Menschenbildes, das uns leitet

  • Definition tragfähiger ethischer Werte und Normen

  • Machtfragen rund um KI dürfen nicht ausgeblendet werden

  • Berücksichtigung der ökologischen und sozialen Folgen von KI

  • Aufbau einer kritischen KI-Kompetenz in allen Bereichen

  • Wir stehen mitten in einem großen gesellschaftlichen Lern- und Suchprozess

Sein klares Statement: Es braucht Digitale Fairness und digitale Humanität – auch in einer Welt, die zunehmend von KI geprägt wird.

Unter Moderation von Kai Wißmann (Visionbox) diskutierten anschließend:

  • Prof. Dr. Renate Kirchhoff, Rektorin der Evangelischen Hochschule Freiburg – wissenschaftliche und sozialethische Perspektive

  • Dr. Christoph Münzer, Hauptgeschäftsführer des wvib Schwarzwald AG – Perspektive der Wirtschaftsverbände und des Mittelstands

  • Mark Michaelis, Geschäftsführer Markant International – Sicht aus der unmittelbaren Unternehmenspraxis

  • Prof. Dr. Ulrich Hemel – ethische und wirtschaftliche Gesamteinordnung

Es entstand ein vielseitiger und tiefgehender Austausch über Chancen und Risiken von KI, die Bedeutung von Unternehmenskultur, die Verantwortung von Führungskräften sowie die Notwendigkeit eines gemeinsamen Orientierungsrahmens.

Das „Grazia Duo“ aus der Ukraine begleitete den Abend mit Werken von Vivaldi, Gardel und Einaudi und setzte damit besondere kulturelle Akzente.

Das Forum wurde in Zusammenarbeit mit starken Partnern durchgeführt. Besonderer Dank gilt der Hochschule Offenburg und dem Kiwanis Club Offenburg.

Beim anschließenden Empfang zeigte sich erneut der große Bedarf an Orientierung, Netzwerk und Austausch zu Fragen der Digitalisierung, KI und wirtschaftlichen Verantwortung. Der Dialog wurde intensiv fortgeführt – ein deutliches Zeichen dafür, wie aktuell und drängend das Thema wahrgenommen wird.

Text: Forum Kirche und Wirtschaft in der Erzdiözese Freiburg/BKU
Bild: Forum Kirche und Wirtschaft in der Erzdiözese Freiburg