Leiden und Sterben, Tod und Begräbnis, Gedenken und Erinnerung, aber auch die Festtage „Allerheiligen“ und „Allerseelen“ im November, der Glaube an und die Hoffnung auf die Auferstehung waren die Themen einer geistig-geistlichen Gesprächsrunde im Anschluss an die Feier der Heiligen Messe mit dem Geistlichen Berater der BKU-Diözesangruppe Berlin-Brandenburg im Erzbistum Berlin, Pfarrer Dr. Josef Wieneke. Dazu hatten sich am 26. Oktober 2020 in der Kirche St. Elisabeth in Berlin-Schöneberg rund ein Dutzend Mitglieder und Freunde des BKU eingefunden.
Zu dem Thema „Sterbekultur“ berichtete Pfarrer Dr. Wieneke aus seiner Erfahrung bei der Begleitung vieler Menschen bei Leid und Sterben und von der Betreuung und Begleitung der Hinterbliebenen in den von ihm betreuten Gemeinden in Münster/Westfalen und in Berlin. Von großer Bedeutung sei, dass Hinterbliebene, Verwandte und Freunde, sich Zeit für die Trauer und den Abschied nehmen könnten.
Das sog. „6-Wochen-Amt“, eine Heilige Messe sechs Wochen nach einer Beerdigung, könne dann ein trostreicher Abschluss einer ersten intensiven Trauerphase sein. Während in Westfalen viele Nachbarn und Freunde eines Verstorbenen sich auch um die Zeremonien einer Beerdigung und eine würdige Grablegung kümmerten, beobachte er, dass in der Großstadt Berlin meistens ca. 15 Menschen an einer Beerdigung teilnehmen würden. Oft gebe es bei Begräbnissen in der Hauptstadt nur noch eine rudimentäre christliche Sterbe- und Bestattungskultur; dies erfordere, dass ein Priester die damit verbundene Zusammenkunft und Feier sehr häufig für die Familien und Freunde des Verstorbenen strukturieren und gestalten müsse, wofür die Menschen aber sehr dankbar seien. Fragen nach dem „ewigen Leben“, Himmel und Paradies, aber auch dem Fegefeuer als dem Ort einer Reinigung der Seelen der Verstorbenen rundeten die Veranstaltung ab.
Pfarrer Dr. Wieneke hob hervor, dass ein Verstorbener, der schon gereinigt oder als ein heiligmässig lebender Mensch direkt nach seinem Tod bei Gott sei, zu einem wertvollen Fürsprecher für seine Freunde und Verwandten werden könne. Mit dem Gebet des „Engel des Herrn“ und einem besonderen Schlusssegen endete die besinnliche Veranstaltung.
Text: Richard Schütze | Foto: Jan-Philipp Görtz