Pressemitteilungen

Bund Katholischer Unternehmer befasste sich bei seiner 69. Bundestagung mit Digitalisierung und Menschenwürde

BKU fordert Recht auf Personalität


Um digitale Transformation und Menschenwürde ging es am Wochenende in Heidelberg bei der Bundestagung des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU).
„Der Bedarf nach einer stärkeren Sinn- und Wertorientierung wächst. Dies ist nicht zuletzt eine Folge der gesellschaftlichen Veränderung im Kontext der Digitalisierung“, verdeutlichte der BKU-Vorsitzende Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel die Ausgangslage. Hier sei der BKU als katholischer Verband gefordert. „Wir müssen dieser Anforderung gerecht werden und für eine werteorientierte Ausrichtung gerade auch in der digitalen Welt Sorge tragen.“ So ging es in Heidelberg vor allem um die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft, den Arbeitsmarkt und die Herausforderungen für eine ethisch verantwortete Unternehmensführung.


Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel, BKU-Vorsitzender.

Formatierte Freiheit

Der ehemalige Bundesverfassungsrichter Prof. Dr. Paul Kirchhof führte den mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern vor Augen, dass die digitale Technik auf der einen Seite zwar einen Gewinn an Freiheit bringe, diese aber gleichzeitig in einem vorgegebenen Format verengt werde. „Freiheit erfordert immer Verantwortlichkeit und Haftung“, machte Kirchhof deutlich. In den Sozialen Netzwerken werde allerdings die Anonymität der Datenauswertung zum Geschäftsmodell gemacht. „Das ist ein Angriff auf unsere Freiheit“, betonte der Jurist.


Prof. Dr. Paul Kichhof, Bundesverfassungsrichter a.D..

Das Recht auf eine Privatsphäre bedinge, dass eine Sammlung von Daten ohne die ausdrückliche Zustimmung der betroffenen Person unzulässig sei. KIrchhof kritisierte die vielen „ortlosen“ Unternehmen, denen es genüge, in einem für sie günstigen kleinen Land einen Server stehen zu haben. „Sie wollen sich unserem deutschen Recht nicht unterwerfen, aber in Deutschland Gewinne machen.“ Der Steuerrechtler forderte verbindliche gesetzliche Regelungen. Er ermutigte die Mitglieder des BKU „in beherzter Freiheit auf die Themen der Digitalisierung zugehen und Maßstäbe aus ihrem Wertekanon heraus zu setzen“.

Menschen gut vorbereiten

Die Menschen müssen auf die neuen digitalen Arbeitswelten gut vorbereitet werden.“ Digitale Bildung sei daher das Gebot der Stunde.  Das betonte Arbeitsdirektor und BASF-Vorstandsmitglied Michael Heinz, der den Mitgliedern und Gästen des BKU vorwiegend die positiven Effekte der Digitalisierung in der Arbeitswelt vorstellte, etwa bei der vorbeugenden Instandhaltung. Er räumte allerdings ein, dass viele Fragezeichen beim Stichwort Arbeit 4.0 bleiben. In unsicheren Zeiten sei es besonders wichtig, auf Werte und eigene Überzeugungen zurückgreifen zu können. „Der Bund Katholischer Unternehmer verfügt über ein solches Wertefundament“, betonte Heinz.


BASF-Vorstand Michael Heinz.

Man brauche klare Regeln und Vereinbarungen, um die Herausforderungen der Digitalisierung zu bewältigen. „Bei uns in der Chemieindustrie lösen wir die anstehenden Fragen im Diskurs der Sozialpartner und wenn möglich bereits im Vorfeld" schilderte der BASF-Vorstand. Er wünscht sich, zur digitalen Transformation keine Angstdebatten zu führen, sondern die Chancen zu nutzen, „den digitalen Wandel zu einer Erfolgsgeschichte für Unternehmen und ihre Mitarbeiter zu machen“.

Vertiefung in Workshops

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung vertieften die Impulse aus den Vorträgen in drei Workshops, in denen es um „Big Data“, die „Christliche Soziallehre 4.0“ und die „digitale Transformation im Mittelstand am Beispiel eines Verlagshauses“ ging. Hier machte der Verleger Manuel Herder deutlich, dass die Digitalisierung einen massiven Wandel mit sich bringe. Um diesen zu bewältigen, müsse man gelegentlich auch „notwendige Fehler“ machen und experimentieren, damit eine Weiterentwicklung möglich werde.


Workshopleiter in Heidelberg: Verleger Manuel Herder.

Markt der Möglichkeiten

Die Besucherinnen und Besucher der Tagung lernten danach in bei einem "Markt der Möglichkeiten" die Vielfalt des Engagements im Bund Katholischer Unternehmer kennen. Die Arbeitskreise und Diözesangruppen des BKU stellten ihre inhaltlichen Schwerpunkte vor und standen zum Austausch und zur Diskussion zur Verfügung.


Auch der Arbeitskreis Frauen im BKU präsentierte sich in Heidelberg.

Digitale Selbstbesti„Der Bedarf nach einer stärkeren Sinn- und Wertorientierung wächst. Dies ist nicht zuletzt eine Folge der gesellschaftlichen Veränderung im Kontext der Digitalisierung“, verdeutlichte der BKU-Vorsitzende Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel die Ausgangslage. Hier sei der BKU als katholischer Verband gefordert. „Wir müssen dieser Anforderung gerecht werden und für eine werteorientierte Ausrichtung gerade auch in der digitalen Welt Sorge tragen.“ So ging es in Heidelberg vor allem um die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft, den Arbeitsmarkt und die Herausforderungen für eine ethisch verantwortete Unternehmensführung.


Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel, BKU-Vorsitzender.

Formatierte Freiheit

Der ehemalige Bundesverfassungsrichter Prof. Dr. Paul Kirchhof führte den mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern vor Augen, dass die digitale Technik auf der einen Seite zwar einen Gewinn an Freiheit bringe, diese aber gleichzeitig in einem vorgegebenen Format verengt werde. „Freiheit erfordert immer Verantwortlichkeit und Haftung“, machte Kirchhof deutlich. In den Sozialen Netzwerken werde allerdings die Anonymität der Datenauswertung zum Geschäftsmodell gemacht. „Das ist ein Angriff auf unsere Freiheit“, betonte der Jurist.


Prof. Dr. Paul Kichhof, Bundesverfassungsrichter a.D..

Das Recht auf eine Privatsphäre bedinge, dass eine Sammlung von Daten ohne die ausdrückliche Zustimmung der betroffenen Person unzulässig sei. KIrchhof kritisierte die vielen „ortlosen“ Unternehmen, denen es genüge, in einem für sie günstigen kleinen Land einen Server stehen zu haben. „Sie wollen sich unserem deutschen Recht nicht unterwerfen, aber in Deutschland Gewinne machen.“ Der Steuerrechtler forderte verbindliche gesetzliche Regelungen. Er ermutigte die Mitglieder des BKU „in beherzter Freiheit auf die Themen der Digitalisierung zugehen und Maßstäbe aus ihrem Wertekanon heraus zu setzen“.

Menschen gut vorbereiten

Die Menschen müssen auf die neuen digitalen Arbeitswelten gut vorbereitet werden.“ Digitale Bildung sei daher das Gebot der Stunde.  Das betonte Arbeitsdirektor und BASF-Vorstandsmitglied Michael Heinz, der den Mitgliedern und Gästen des BKU vorwiegend die positiven Effekte der Digitalisierung in der Arbeitswelt vorstellte, etwa bei der vorbeugenden Instandhaltung. Er räumte allerdings ein, dass viele Fragezeichen beim Stichwort Arbeit 4.0 bleiben. In unsicheren Zeiten sei es besonders wichtig, auf Werte und eigene Überzeugungen zurückgreifen zu können. „Der Bund Katholischer Unternehmer verfügt über ein solches Wertefundament“, betonte Heinz.


BASF-Vorstand Michael Heinz.

Man brauche klare Regeln und Vereinbarungen, um die Herausforderungen der Digitalisierung zu bewältigen. „Bei uns in der Chemieindustrie lösen wir die anstehenden Fragen im Diskurs der Sozialpartner und wenn möglich bereits im Vorfeld" schilderte der BASF-Vorstand. Er wünscht sich, zur digitalen Transformation keine Angstdebatten zu führen, sondern die Chancen zu nutzen, „den digitalen Wandel zu einer Erfolgsgeschichte für Unternehmen und ihre Mitarbeiter zu machen“.

Vertiefung in Workshops

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung vertieften die Impulse aus den Vorträgen in drei Workshops, in denen es um „Big Data“, die „Christliche Soziallehre 4.0“ und die „digitale Transformation im Mittelstand am Beispiel eines Verlagshauses“ ging. Hier machte der Verleger Manuel Herder deutlich, dass die Digitalisierung einen massiven Wandel mit sich bringe. Um diesen zu bewältigen, müsse man gelegentlich auch „notwendige Fehler“ machen und experimentieren, damit eine Weiterentwicklung möglich werde.


Workshopleiter in Heidelberg: Verleger Manuel Herder.

Markt der Möglichkeiten

Die Besucherinnen und Besucher der Tagung lernten danach in bei einem "Markt der Möglichkeiten" die Vielfalt des Engagements im Bund Katholischer Unternehmer kennen. Die Arbeitskreise und Diözesangruppen des BKU stellten ihre inhaltlichen Schwerpunkte vor und standen zum Austausch und zur Diskussion zur Verfügung.


Auch der Arbeitskreis Frauen im BKU präsentierte sich in Heidelberg.

Digitale Selbstbestimmung

Zum Abschluss der Tagung zeigte sich der BKU-Bundesvorsitzende Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel erfreut über den intensiven Austausch. „An diesem Wochenende ging es um die wichtigen Fragen, die mit dem Thema der digitalen Selbstbestimmung zu tun haben. Es bedarf einer Verständigung darüber, was man unter digitaler Fairness versteht und wie unter anderem das Recht auf digitales Vergessen gesichert werden kann.“ Dazu benötige man auch das Abstecken eines gesetzlichen Rahmens für Standards des digitalen Zusammenlebens. Der BKU verweist hierzu auf das Postulat „digitaler Solidarität“.

Ausblick auf das Jubiläum

Die BKU-Bundestagung endete am Samstagabend mit einer Heiligen Messe in der Heidelberger Jesuitenkirche. 2019 feiert der Verband sein 70-jähriges Bestehen. Das Jubiläumsjahr steht unter dem Motto: „Soziale Marktwirtschaft im 21. Jahrhundert – international, digital und ethisch“.


Der BKU-Vorsitzende Ulrich Hemel und Daniel Trutwin, einer seiner Stellvertreter, bei der Präsentation der Jahrestagung im Jubiläumsjahr 2019.

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