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Bund Katholischer Unternehmer fordert Subsidiaritńt statt neuem Zentralismus

BKU: Bundesregierung muss Perspektiven fŘr junge Menschen entwickeln

Nach den langwierigen Verhandlungen zur Bildung einer neuen Bundesregierung hofft der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) jetzt auf eine nachhaltige Politik, die dem Gemeinwohl Vorrang vor Individualinteressen gibt.
Bald wieder besetzt, der Kabinettstisch in Berlin. Foto: wukomm
„In dem von CDU/CSU und SPD ausgehandelten Koalitionsvertrag fehlt es an Zukunftsperspektiven für die junge Generation“, kritisiert der Vorsitzende des Verbandes, Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel. Anstatt die erfreuliche Finanzlage des Bundes zu nutzen, um die Belastungen für kommende Generationen abzubauen, versprechen die künftigen Regierungsparteien in ihrer Vereinbarung, nach Einschätzung des BKU, viele soziale Wohltaten, die aktuell unterschiedliche Wählergruppen zufriedenstellen sollen. „Sie wirken aber nicht nachhaltig in die Zukunft.“

Der Bund Katholischer Unternehmer fordert von der neuen Bundesregierung eine deutlich sichtbare Beachtung der Prinzipien der Christlichen Gesellschaftslehre und der Grundlagen der Sozialen Marktwirtschaft. Der BKU-Vorsitzende kritisiert einen unzureichenden Blick der Politik auf die Belange der beruflichen Bildung in Deutschland. „Die duale Ausbildung in unserem Land ist ein Erfolgsrezept, um das uns andere Staaten beneiden. Eine Engführung auf universitäre Abschlüsse wird den Anforderungen der Wirtschaft in keiner Weise gerecht“, ergänzt Hemel. Deshalb ist es ihm wichtig, dass dort, wo es möglich ist, neue Ausbildungsberufe entstehen, die in die Zukunft weisen. Als Beispiel nennt er das Berufsbild des „Data Analyst“. Eine Vielzahl der wachsenden Aufgaben im Bereich des Datenmanagements lässt sich ohne eine akademische Ausbildung bewältigen. „Deshalb ist es erforderlich, dort neue Berufsfelder zu entwickeln.“

Die Herausforderungen der digitalen Transformation darf die Politik nicht lediglich mit einer Zeitachse für die Einführung schnellerer Internetzugänge beantworten, betont der BKU. Vielmehr geht es hier um einen gesellschaftspolitischen Wandel, den möglichst viele Menschen aktiv mitgestalten sollten. Es kommt bei den Veränderungen auf allen Ebenen darauf an, das aus der Christlichen Gesellschaftslehre stammende Prinzip der Personalität zu beachten. „Aus ihm ergibt sich nicht nur der Vorrang der Rechte und Würde der Person, sondern auch die Verpflichtung jedes Einzelnen, Verantwortung zu übernehmen für sein Handeln in der digitalen Welt“, betont Ulrich Hemel. Die Digitalisierung verändert nach Auffassung des Verbandsvorsitzenden nicht nur die Kommunikation in der Arbeitswelt und im Alltag. „Sie fordert eine verstärkte Bereitschaft zum lebenslangen Lernen.“ 

Der BKU fordert ferner von der Bundesregierung mehr Handlungsfreiheit für Unternehmer und weniger staatliche Regulierung. Auch wünscht sich die Verbandsleitung gerade von Seiten der Sozialdemokratie einen anderen Blick auf die Unternehmer. „Das Bild, das dort zuweilen noch vorherrscht, hat mehr mit der Kapitalismuskritik des frühen 19. Jahrhunderts zu tun, als mit der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Realität im 21. Jahrhundert“, äußert Professor Hemel.

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