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Wolfgang Bosbach zu Gast beim Kambacher VIP Talk

30.08. 2018 BKU Dialog

Es ist schon gute Tradition, das der BKU auf Einladung des Kambacher VIP Talk an dieser Veranstaltungsreihe teilnimmt, die alle drei Monate Menschen die etwas zu sagen haben, aus Gesellschaft, Politik und KIrche zum Gespräch einlädt. Einmal im Jahr sind wir als BKU Mitveranstalter.

Die Aachener Zeitung berichtete in ihrer Ausgabe vom 31.08. über unser Treffen mit Wolfgang Bosbach folgendes:

 „Wir laden Menschen ein, die uns etwas zu sagen haben.“ Mit diesen Worten begrüßte Burghard von Reumont die zahlreichen Gäste des 15. Kambacher VIP-Talks, der in Kooperation mit der Deutschen Atlantischen Gesellschaft sowie der Gesellschaft für Sicherheitspolitik am Donnerstagabend in der Tenne des Hauses Kambach stattfand.
Eschweiler-Kinzweiler -
 Und traf damit den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf. Denn mit dem CDU-Politiker Wolfgang Bosbach war ein Mann als Redner zu Gast, der sich als inzwischen ehemaliges Mitglied des Bundestags, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Union sowie als Vorsitzender des Innenausschusses einen Ruf erarbeitet und verdient hat, von dem zahlreiche seiner Kollegen nur träumen können.

Geradlinig und aufrichtig lauteten zwei Attribute, mit denen Burghard von Reumont, der gemeinsam mit Wolfgang Habedank und Max Krieger das Organisationsteam der Gesprächsreihe bildet, das „Schwergewicht der CDU“ vorstellte. Unter der Überschrift „46 Jahre Politik – 66 Jahre Mensch – Wolfgang Bosbach“ gab der Bergisch-Gladbacher einen durchaus tiefen Einblick in seine Gedankenwelt und seinen großen Erfahrungsschatz. Dabei machte er unmissverständlich deutlich, dass er keinesfalls ein zorniger Mann sei, der „grundsätzlich dagegen“ ist.
„Fröhlicher Rheinländer“

„Ich bin ein fröhlicher Rheinländer, der aus Überzeugung ausschließlich Positionen vertritt, die früher meiner Partei zu eigen waren“, stellte Wolfgang Bosbach klar. Bei seinen Reisen, die ihn von Flensburg bis Mittenwald kreuz und quer durch Deutschland führten, habe er darüber hinaus festgestellt, dass das häufig verwendete Wort „Politikverdrossenheit“ unpräzise sei. „Die Behauptung, dass die Menschen in Deutschland kein Interesse an Politik hätten, stimmt nicht“, wie auch die große Zuhörerzahl am Donnerstagabend beweise.

Allerdings sei ein hohes Maß an Parteien- und Politikerverdrossenheit zu verzeichnen. Das Gegenrezept? „Politik zu betreiben bedeutet im Kern, sich zu bemühen, das Vertrauen der Menschen zu gewinnen und dieses zu rechtfertigen, indem Wort und Tat übereinstimmen“, nannte der Rechtsanwalt ein im Grunde einfaches Mittel. Klar sei, dass kein Politiker es allen recht machen könne. „In der Demokratie ringen verschiedene Meinungen miteinander“, so der Christdemokrat, dem es Sorgen bereitet, dass bei allem durchaus vorhandenen Interesse und Wissen es immer weniger Menschen gebe, die auf die Idee kämen, sich innerhalb einer Partei politisch zu engagieren.

„Eine Demokratie ohne Demokraten funktioniert aber nicht!“ Gerade in der heutigen „aufgeregten“ Zeit sei es notwendig, die Demokratie aktiv zu verteidigen. „Ist für uns nicht zu vieles scheinbar selbstverständlich geworden?“, stellte Wolfgang Bosbach eine Frage in den Raum und nannte die Begriffe Frieden, Freiheit, Rechts- und Sozialstaat. Generell sei es nicht verboten, auch einmal stolz auf das eigene Land zu sein.

„Es war und ist eine enorme Leistung, nach der absoluten Katastrophe der Nazi-Barbarei Deutschland nicht nur physisch wieder aufgebaut, sondern mit der Bundesrepublik einen Staat errichtet zu haben, der weltweit einen äußerst guten Ruf genießt. Unser Land verdient es, dass sich die Bevölkerung für die Demokratie engagiert!“

Die Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit gäben jedoch Anlass zur Sorge, ob die für die Bundesrepublik Deutschland eigentlich typische Stabilität bestehen bleibe. „Als Christdemokrat finde ich die Wahlergebnisse der SPD alles andere als gut“, wies Wolfgang Bosbach auf die Erosion der ehemaligen Volksparteien nicht nur in Deutschland hin. Italien werde nun von einer Koalition regiert, die im übertragenen Sinne aus der AFD und den Linken bestehe. Grund sei die „totale Unzufriedenheit“ der Menschen, die die Fliehkräfte in Europa immer stärker werden ließe.

„Eine Tragödie, denn der Kern Europas ist nicht der Euro, sondern Frieden und Freiheit!“ Ein Rückzug der europäischen Staaten auf rein nationale Interessen werde jedoch eine Marginalisierung Europas nach sich ziehen, ist Wolfgang Bosbach überzeugt. Trotzdem sei zum Beispiel in Sachen Flüchtlingspolitik eine „totale Entsolidarisierung“ innerhalb Europas festzustellen.
„Köpfe unserer Kinder“

Auf die deutsche Flüchtlingspolitik ging der ehemalige Vorsitzende des Innenausschuss des Deutschen Bundestags ebenfalls kurz ein. „Die Entscheidung Angela Merkels, im September 2015 auf Bitten des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán sowie des damaligen österreichischen Bundeskanzlers Werner Faymann zur Verhinderung einer humanitären Katastrophe Flüchtlinge aufzunehmen, die zuvor tagelang auf dem Bahnhof in Budapest eingepfercht waren, hielt und halte ich nach wie vor für richtig. Die Entscheidung, die Grenzen anschließend offen zu halten, sehe ich kritisch. Ich bin der Meinung, wir sollten wissen, wer sich in unserem Land befindet. Doch momentan ist es möglich, ohne Papiere in das Land hinein-, aber nicht mehr herauszukommen“, erklärte Wolfgang Bosbach, bevor er einen Blick in die Zukunft warf. „Die Welt verändert sich unfassbar schnell“, konstatierte der Referent. Die Stichworte lauteten unter anderem Digitalisierung und Künstliche Intelligenz.

Themenfelder, in denen Deutschland im weltweiten Vergleich derzeit hinterherhinke. „Deshalb gibt es nichts wichtigeres als die Investition in die Köpfe unserer Kinder“, so die Forderung Wolfgang Bosbachs. Bildung und Forschung seien der Schlüssel für Wohlstand und sozialen Frieden.

„Wir werden uns enorm anstrengen müssen. Aber die Voraussetzungen sind in diesem Land gegeben. Es ist immer noch ein Glück, in Deutschland leben und arbeiten zu dürfen“, schloss das Vorstandsmitglied der Vereinigung „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ unter starkem Applaus seine Ausführungen.
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