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20.11.17 | Vortrag von Pfarrer Dr. Wieneke im Exerzitienhaus St. Vinzenz

100 Jahre Fatima

Die Marien-Erscheinungen in dem nordportugiesischen Ort Fatima – benannt nach einer Tochter eines maurischen Fürsten in Anlehnung an eine Tochter des „Propheten“ Mohammed mit Namen „Maria Fatima“ – zählen zu den wenigen, aber bedeutendsten von der katholischen Kirche anerkannten Erscheinungen der Gottesmutter. Im Jahr 1917, 400 Jahre nach der Reformation, 200 Jahre nach dem Zusammenschluss der ersten Freimaurer-Großlogen und zeitgleich mit der kommunistisch-atheistischen
Dr. Josef Wieneke (Foto: F. Mahrla)
„Oktoberrevolution“ in Russland erschien Maria als „Frau in Weiß“ sechsmal den drei Hirtenkindern Lucia dos Santos sowie Francisco und Jacinta Marto.

Zum 100-jährigen Jubiläum der „Lichterscheinungen“ der Gottesmutter, die sich den Hirtenkindern offenbarte und ihnen wichtige Botschaften für die Kirche und die Welt verbunden mit den „drei Geheimnissen von Fatima“ anvertraute, skizzierte Pfarrer Dr. Wieneke in einem ergreifenden und bewegenden Vortrag auf einer Veranstaltung der Berliner Diözesangruppe des bku am 27. November 2017 die historischen Umstände, die theologische Bedeutung und die Ausstrahlung der Ereignisse von Fatima auf das Leben der Kirche, die internationale Politik und das Weltgeschehen im 20. und 21. Jahrhundert.

Immer wieder hatte Maria die Hirtenkinder aufgefordert, für die Bekehrung der Sünder zu beten und zu Sühne und Umkehr aufzurufen: „Ich will, dass Ihr weiterhin am dreizehnten zur Cova da Iria kommt und dass Ihr jeden Tag den Rosenkranz betet. Ich werde im letzten Monat (Oktober 2017) ein Wunder wirken, damit alle glauben können.“ Selbst eine Entführung durch den Administrator des Bezirksortes Vila Nova de Ourem, einen Freimaurer namens Artur Oiveira de Santos, am 13. August 1917 und strenge Polizeiverhöre konnten die Kinder nicht davon abbringen, sich weiter zu den Marienerscheinungen zu bekennen und pünktlich zu dem mit der Gottesmutter vereinbarten Treffpunkt zurück zu kehren. In einer Vision wurden den Kindern bei dieser 4. Erscheinung der Gottesmutter die Hölle und der Sturz vieler Seelen in die Verdammnis einer absoluten Gottferne offenbart. Aber zugleich auch die Sehnsucht nach Erlösung und dem Himmel erweckt. Für Pfarrer Wieneke stehen die Sühne und das stellvertretende und für viele Ungläubige und Sünder eintretende Gebet im Vordergrund der Botschaften von Fatima.

Waren bei der 5. Marienerscheinung im September 2017 schon 25.000 Menschen dabei, so versammelten sich bei der 6. Erscheinung am 13. Oktober des gleichen Jahres rd. 70.000 Menschen. Starker Regen durchnässte die Menschen bis auf die Haut; doch nach der 12-minütigen Marienerscheinung waren die Kleider aller Versammelten wie durch ein Wunder getrocknet. Dieses „Sonnenwunder“ von Fatima interpretierte Pfarrer Wieneke als das „größte Eingreifen Gottes in die Welt“ nach Christi Erscheinen und Wirken zu biblischen Zeiten.

„Am Ende aber wird mein unbeflecktes Herz triumphieren“


Die zentrale Botschaft von Fatima lautete: „Hört auf, Gott zu beleidigen.“ Der 1. Weltkrieg und sein Ende, die „Oktoberrevolution“ und der sich von Russland aus in vielen Ländern ausbreitende Atheismus, aber auch der 2. Weltkrieg mit Nazityrannei und Judenvernichtung werden mit „Fatima“ in Verbindung gebracht. Im 2. Teil des Geheimnisses von Fatima wird die Gottesmutter zitiert: „Wenn man aber nicht aufhört, mich zu beleidigen, wird unter dem Pontifikat von Papst Pius XI. ein anderer, schlimmerer (der 2. Weltkrieg) beginnen.“ Die Gottesmutter verwies die Kinder auf ein Zeichen, das am Himmel erscheinen und diesen furchtbaren Krieg ankündigen werde: „Wenn Ihr eine Nacht von einem unbekannten Licht erhellt seht, , dann wisst, dass dies das große Zeichen ist, das Gott Euch gibt, dass er die Welt für ihre Missetaten durch Krieg, Hungersnot, Verfolgungen der Kirche und des Heiligen Vaters bestrafen wird.“ In der Tat wurde die Nacht vom 25. auf den 26. Januar 1938 am Vorabend des 2. Weltkrieges in Europa durch ein ungewöhnlich helles Nordlicht erleuchtet.

1939 weihte Papst Pius XII. entsprechend dem Auftrag der Gottesmutter zwar die Welt dem Herzen Mariens, konnte aber die Ausbreitung des Europa in Brand setzenden 2. Weltkrieg nicht verhindern. Doch die Gottesmutter gab den Kindern auch Hoffnung mit auf den Weg: „Wenn man auf meine Wünsche hört (die Weihe Russlands an das unbefleckte Herz Mariens und eine „Sühnekommunion“ an den ersten Samstagen des Monats), wird Russland sich bekehren und es wird Frieden sein. Wenn nicht, wird es seine Irrlehren (den atheistischen Kommunismus) über die Welt verbreiten, wird Kriege und Kirchenverfolgungen heraufbeschwören. Die Guten werden gemartert werden, der Heilige Vater wird viel zu leiden haben, verschiedene Nationen werden vernichtet werden, am Ende aber wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren. Der Heilige Vater wird mir Russland weihen, das sich bekehren wird, und der Welt wird eine Zeit des Friedens geschenkt werden.“

Am 25. März 1984, dem Fest der Verkündigung des Herrn, vollzieht Papst Johannes Paul II., abermals eine feierliche Weihe dieser „Welt der Menschen und der Völker“ an das Unbefleckte Herz Mariens. 1985 wird in Moskau der Reformer Michail Gorbatschow zum Generalsekretär der kommunistischen Partei der Sowjetunion berufen und damit das Ende der kommunistisch-totalitären Herrschaft in Russland und Osteuropa eingeläutet.

Der Inhalt des 3. Teils des Geheimnisses von Fatima bezieht sich nach Meinung vieler auf das Attentat auf Papst Johannes Paul II. am 13. Mai 1981 in Rom am Jahrestag der ersten Erscheinung der Mutter Gottes in Fatima. Papst Johannes Paul II. besuchte den Attentäter Mehmet Ali Ağca 1983 im Gefängnis. Bei diesem Gespräch soll Ağca sich auf die Erscheinungen von Fatima bezogen und den Papst mehrfach gefragt haben, „welche Königin das denn gewesen“ sei, die „seinen Tod verhindert“ habe.

Papst Johannes Paul II. besuchte dreimal den Wallfahrtsort in Fatima; am 13. Mai 2000  sprach er Jacinta und Francisco Marto selig. Anlässlich des 100. Jahrestages der Erscheinungen besuchte Papst Franziskus am 13. Mai 2017 den Wallfahrtsort und sprach dabei Jacinta und Francisco Marto heilig. Lucia dos Santos stirbt als letztes der Hirtenkinder als Nonne am 13. Februar 2005. Papst Benedikt XVI. gab bereits am dritten Todestag von Schwester Lucia die Erlaubnis, ihren Seligsprechungsprozess zu eröffnen.

Was die Visionen der drei Hirtenkinder und alle damit zusammenhängenden Geschehnisse anbelange, so komme es nicht auf eine exakte historische Zuordnung, sondern eine „Zusammenschau aller Dinge“ an, rät Pfarrer Wieneke. Mit den Ereignissen von Fatima dokumentiere Gott einmal mehr sein großes Interesse am Menschen, war sein Resümee.

Bericht: Richard Schütze









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