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22.05.17 | Erzbischof Dr. Heiner Koch

Gott als erster Unternehmer

Was und wer ist ein Unternehmer? Woher stammt der Impetus, etwas zu unternehmen und die Welt zu gestalten? Diese Fragen stellte Erzbischof Dr. Heiner Koch an den Anfang seines Vortrags auf einer Veranstaltung der Diözesangruppe Berlin-Brandenburg am 22. Mai 2017 in der Katholischen Akademie zu Berlin. Rund 60 Mitglieder, Freunde und Gäste des bku lauschten den ungewöhnlichen Ausführungen des Erzbischofs.

Erzbischof Dr. Heiner Koch (Foto: Norman Gebauer, bku)
Gott sei der Erste gewesen, der etwas unternommen und die Welt aus dem Nichts geschaffen und gestaltet habe. Nicht aus einem merkantilen Interesse, sondern aus Freude am Schaffen, an allem Geschaffenen und an der Erschaffung des Menschen. Dieses Interesse an der Gestaltung der Welt und die Freude an der unternehmerischen Tätigkeit habe Gott dem Menschen eingepflanzt und ihn so zum zweiten Schöpfer, zu seinem Mitschöpfer, bestimmt und dem Menschen seine Schöpfung anvertraut.

Das Schöpfungs- und das Erlösungswerk Gottes


Kreativ die Welt gestalten setzt Fantasie und vor allem die Freiheit des Geistes und des Willens voraus. „Analog zu Gott“ sei auch der Mensch mit Freiheit ausgestattet. Wie die Personalität des Menschen mit der Solidarität korrespondiere, so beinhalte die menschliche Würde nicht nur Freiheitsrechte, sondern auch Verantwortungspflichten.
Durch Irrtum und Sünde aber verstrickt sich der Mensch immer wieder in Schuld, Unrecht und Unglück. Deshalb vollendet Gott mit der Menschwerdung Christi, des Gottessohnes, sein Schöpfungs- durch das Erlösungswerk. Auch in dieses Erlösungshandeln sei der Mensch mit hineingenommen, so Koch.

Die Verantwortung der Menschen in der und für die Welt

Schöpferische Initiative, persönlicher Mut und die Bereitschaft zu einer verantwortlichen Führung befähigen den Menschen, die Welt entsprechend seinen physischen und psychischen Kräften und seinen ökonomischen Möglichkeiten zu gestalten. Zugleich gestaltet der Mensch die Wirtschafts- und Sozialordnung entsprechend den Sachgesetzen der Ökonomie. Klugheit und Gerechtigkeit geben Maß und Mitte vor, wie die anvertraute Schöpfung weiter entwickelt und die persönlich-individuellen Talente und Begabungen entfaltet werden können.
Von den Unternehmern wünschte sich Erzbischof Dr. Koch in dem an seinen Vortrag anschließenden Gespräch, sich als verantwortliche Christen noch mehr in die gesellschaftlichen Debatten und als Fachleute für Wirtschaftsfragen ihre Kompetenz auch in die Kirche einzubringen.


Lesen Sie im nebenstehenden PDF den Vortrag von Erzbischof Dr. Heiner Koch noch einmal nach – Sie finden hier viele weitere wertvolle Anregungen bis hin zu einem Verweis auch auf die Worte Christi bei der sakramentalen Wandlung und deren Bedeutung für die Schöpfungsteilhabe und das Unternehmertum des Menschen.


Richard Schütze



Foto: Norman Gebauer  |  Fotocollage: Fides Mahrla
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