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Siebenter christlich-muslimischer Unternehmerdialog

Frau sein - christlich und muslimisch

„Geschlechtergerechtigkeit aus christlicher und muslimischer Perspektive“ ist das Thema des siebenten und letzten Podiumsgesprächs der Veranstaltungsreihe christlich-muslimischer Unternehmerdialog im Domforum am 1. Dezember 2016.
Unter Moderation von Dr. Thomas Lemmen, Referat Dialog und Verkündigung im Erzbistum Köln,  stehen Maria Fischer, Vorsitzende der BKU-Diözesangruppe Düsseldorf und international tätige Unternehmerin im Personalmanagement, und die islamische Juristin und Theologin Hamideh Mohagheghi von der Universität Paderborn, ihre Frau auf dem Podium. Für ihre interreligiöse Forschung und dialogische Arbeit erhielt Hamideh Mohagheghi im Oktober von Bundespräsident Joachim Gauck das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Hamideh Mohagheghi appelliert, genau hinzusehen: „Was an den beobachtbaren Genderunterschieden in islamischen Staaten hat eine theologische Basis und was sind vielmehr  kulturell bedingte Erscheinungen und Auslegungen?“ Die Jungfrau Maria zähle zu jenen Frauen, die im Koran eine Vorbildfunktion einnehmen, wie auch die gerechte Königin von Sabah, die Frau des Propheten Mohammeds sei erfolgreiche Unternehmerin gewesen, die ihn zu Diensten eingestellt habe. Mohagheghi betont die geschlechtergerechte, differenzierte Ansprache des Korans. Patriarchische Strukturen und Staaten nutzten Religion als Rechtfertigung für Genderunterschiede, die theologisch nicht belegbar seien.



DG-Düsseldorf Vorsitzende Maria Fischer zieht Parallelen zum Christentum: „Jesus ging gleichberechtigt mit Frauen um. Die Kirche machte daraus ein frauenfeindliches Rechteck, das in der Hexenverbrennung gipfelte. Es ergeben sich Fragen, wie wir mit Auswirkungen von Religion umgehen.“ Auf Basis der christlichen Prägung Europas, insbesondere ihrer Weiterentwicklung in Deutschland, insistiert Maria Fischer auf dem Grundgesetz als Ausgangspunkt und Antwort auf ebendiese Auswirkungen. „Wir haben ein intelligentes, differenziertes Gesetzsystem. Es geht nun darum, dieses konsequent gelten zu lassen. Dessen Akzeptanz ist nicht verhandelbar.“ Die Würde des Menschen, Individualisierung, die entscheidende Instanz des Gewissens seien Fundamente des christlich geprägten Europas. Aus ihrer Berufs-Expertise weiß Maria Fischer  jedoch auch: „Unternehmen sind meist patriarchisch und hierarchisch aufgebaut.“ Um diese Strukturen zu durchbrechen helfe keine Quotenregelung allein. Selbstbewusstsein und Qualifikationen von Frauen – generell, christlich und muslimisch - seien entscheidende Treiber zur Veränderung. ms / crad

Veranstalter: Kath. Bildungswerk Köln, Bund Katholischer Unternehmer (BKU), Katholisch-Soziales Institut (KSI), Referat Dialog und Verkündigung im Erzbistum Köln, Konrad Adenauer-Stiftung (KAS)
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