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Realisierung von Verkehrsinfrastrukturen

Wer macht eigentlich Verkehr?

Christoph Schröder bewegt die Menschen. Der Diplom-Ingenieur und leitende Baudirektor in der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation sorgt dafür, dass rund 1,8 Mio. Hamburger, bzw. 5 Mio. Menschen aus der Metropolregion Hamburg täglich zur Arbeit, in die Schule oder zum Kindergarten kommen. Er trägt Sorge dafür, dass der öffentliche Nahverkehr, Straßen, Rad- und Fußwege den Bedürfnissen einer stetig wachsenden und einer sich stetig wandelnden Stadt angepasst werden.

Hamburg -

Christoph Schröder leitet im Amt für Verkehr und Straßenwesen die Abteilung Infrastruktur. Er ist verantwortlich für 25 Mitarbeiter und für ein Budget von rund 200 Mio. Euro im Jahr. Als Referent beim bku gewährte er den rund 20 Gästen Einblicke in seinen Arbeitsalltag und gab Ausblicke auf die künftige Entwicklung der Hansestadt.

 So überraschte er gleich mit einer Frage zu Beginn seines Impulsvortrags: „Wer macht eigentlich Verkehr?“ Die Vielfältigkeit der Antwort mochte den einen oder anderen Straßenteilnehmer doch überraschen, der die vorhandenen Strukturen eher als Konsument nutzt: „Es ist der einzelne Mensch, die Wirtschaft, es sind Güter. Hinzu kommen Pendler und Car to Go sowie als wachsende Branche die Logistik.“ Neue Wohngebiete wollen an bestehende Infrastruktur angeschlossen werden, ebenso wie der wachsende Hafen. Rücksicht genommen werden muss ebenfalls auf den demographischen Wandel - die Verkehrsteilnehmer werden immer älter – und Megatrends – wie z.B. Elektroautos oder Car Sharing, denen ebenfalls öffentlicher Raum zur Verfügung stehen muss. Weitere Stichworte sind Barrierefreiheit und kurze Wege – zu Fuß oder mit dem Rad. Denn, so Schröder, der Mensch ist das Zentrum der Stadt. Der Mensch steht im Mittelpunkt der Infrastrukturprojekte.

 „Und wer nutzt die Straße noch?“ Ja, auch diese Elemente müssen in die Planungen von Infrastruktur einbezogen werden: Die Rede ist von Mülleimern, Kaffees und Restaurants, deren Tische und Stühle auf öffentlichem Raum stehen, Pizza– und andere Bringdienste, und vielem mehr. Außerdem verantwortet Christoph Schröder mit seiner Mannschaft das Funktionieren von 2.400 Brücken und 1.716 Ampeln in Hamburg.

 Ein Beispiel für ein Zukunftsprojekt ist der weitere Ausbau des Radwegenetzes. Dieses Projekt zahlt gleichzeitig auf das Thema Umweltschutz ein, das bei allen Projekten mitgedacht werden muss. Elemente des Umweltschutzes sind der Gewässerschutz und auch der Lärmschutz. Letzteres betrifft nicht nur den Flughafen und die Anwohner, sondern auch diejenigen Hamburger, die an großen Straßen wohnen. Die Behörde ist in ständigem Austausch mit der Industrie auf der Suche nach den besten Lösungen, wie z.B. Autoreifen oder Straßenbelägen, die weniger Lärm verursachen.

 Noch weiter nach vorn geblickt, wird uns das Web 4.0 perspektivisch durch Hamburg leiten. Gemeint ist damit die Steuerung über ein mit dem Smartphone verknüpften Navi, dass in puncto Verkehrsführung immer auf dem neuesten Stand ist.

Der Verfasser dieser Zeilen wird künftig bewusster über Ampeln laufen, Car Sharing nutzen oder das Fahrrad parken und sich nicht mehr über Baustellen ärgern, sondern sich freuen, dass „die schönste Stadt der Welt“ in so guten planerischen Händen liegt.  Rolf Kauke

 

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