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Wertewandel in den europäischen Gesellschaften

Mit Ministerpräsident a.D. Prof. Dr. Werner Münch gewann die BKU-Diözesangruppe Aschaffenburg und der Aschaffenburger Kreis einen gefragten Referenten des Forums Deutscher Katholiken, der die rund 150 Zuhörer im Aschaffenburger Martinushaus am 8. Januar 2016 mit einem großartigen Vortrag faszinierte. Der Aschaffenburger Kreis ist ein neu gegründeter Verein, der ähnliche Ziele wie der BKU verfolgt.
Norbert Geis (CSU), MdB a.D. und Prof. Dr. Werner Münch im Gespräch Foto: Leander Wöber
Was war der Gründungsgedanke Europas? Prof. Münch sprach zunächst von den zentralen Akteuren der Aussöhnung der Völker, die Frieden und neues Vertrauen aufbauen mussten: Der Italiener Alcide De Gasperi, der Franzose Robert Schuman und der Deutsche Konrad Adenauer waren geprägt von gemeinsamen religiösen Werten. Adenauer beispielsweise habe vor seiner Reise nach Moskau 1955 eine Nacht betend am Grab des Heiligen Nikolaus von der Flüe verbracht und Schuman fand in der täglichen Heiligen Messe die Kraft für seine Arbeit „unter den Augen Gottes“.
Christliches Abendland, so der frühere Europaabgeordnete Münch, bedeutete vor 70 Jahren vor allem Achtung vor dem Recht und der Würde des Menschen.

Gibt es heute noch ein verbindliches Ethos in der EU? Zweifel drängen sich auf. Etwa wenn Martin Schulz vor und nach der Wahl zum Europäischen Parlament gefordert hat, alle Kreuze und religiösen Symbole müssten aus öffentlichen Räumen verschwinden, weil es das Risiko einer sehr konservativen Bewegung zurück gebe. Zum Thema „Eine staatliche Ordnung im Bewusstsein der Verantwortung vor Gott und den Menschen“ wird Prof. Münch auf dem Kongress „Freude am Glauben”  (vom 22. bis 24. April 2016 in Aschaffenburg) ausführlich sprechen.

Eines der vielen Beispiele für den Wertewandel der EU sei deren Forderung an alle Mitgliedsstaaten, Abtreibung zu legalisieren und durchzusetzen. Insbesondere für Länder der Dritten Welt werde die Zuweisung von Finanzmitteln für bestimmte Projekte davon abhängig gemacht. In allen Bereichen des Europäischen Parlaments werde Abtreibung als Menschenrecht selbst für Minderjährige – und ohne Zustimmung der Eltern – gefordert. Zu dem Wertewandel zählten schließlich u.a. auch die Selektion durch Präimplantationsdiagnostik PID, die Beihilfe zum Suizid, die Biotechnik, die der Vision des perfekten Menschen nachjage. Hoffentlich – so der Referent – wüssten alle Beteiligten, was sie tun. Er denke da öfter an den Spott des polnischen Lyrikers Stanislaw Lec:

„Sein Gewissen war rein, er benutzte es nie“

Eben so große Sorgen mache die Bewertung der heterosexuellen Ehe und Familie, die von der Ideologie des Gender Mainstreaming zerstört werden solle. Dieses neue Menschenbild werde von UNO, WHO und EU aktiv betrieben. Facebook habe inzwischen 60 unterschiedliche Geschlechter-Identitäten ausgemacht. Obwohl diese Ideologie die Lebensbedingungen der Menschen massiv verändere, würden Ziele, Strategien und Methoden weder im Parlament noch in den Medien öffentlich diskutiert, aber auf zahlreichen Ebenen der EU entschieden und in Nationalstaaten umgesetzt.
Die EU hat – so das Fazit – Frieden und Freiheit gebracht, aber die religiöse Herkunft und Identität Europas verdrängt, das was Papst Johannes Paul II. „die Seele Europas” nannte. Doch sah Prof. Münch Chancen zur Umkehr, auch weil es auf Dauer nicht möglich sei, die Wahrheit zu leugnen und das Gewissen der Menschen auszuschalten.
S.D. Alois K. Fürst zu Löwenstein, Vorsitzender der DG Aschaffenburg, moderierte die anschließende angeregte Diskussion.

Ursula Zöller
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