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Besuch des BKU Aachen in der Yunus Emre Moschee Aachen zum Thema „Wirtschaft verbindet“

29.09.2015 Wirtschaft NEU denken

Wirtschaft NEU denken – Besuch des BKU Aachen in der Yunus Emre Moschee Aachen zum Thema „Wirtschaft verbindet“

Im nächsten Jahr soll die Yunus-Emre-Moschee an der Stolberger Straße in Aachen fertig sein – aber der Austausch der Religionen hat dort schon jetzt begonnen.

Mit einer gemeinsamen Besichtigung und anschließendem Abendessen machte sich der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) Aachen einen ersten Eindruck des Bauwerks und der Menschen, die bald dort wirken werden. Jürgen Kutsch und Andree Brüning staunten nicht schlecht, als sich ca. 100 interessierte Menschen am 29. September unter der Glaskuppel des Moschee Neubaus einfanden.

„Wir wollen zeigen, dass wir nicht nur zusammen wirtschaften können, sondern auch zusammen leben“, sagte Andree Brüning vom Bundesvorstand des BKU. Im Hinblick auf die gesellschaftlichen Veränderungen solle man viel mehr das Verbindende der Kulturen in den Vordergrund stellen, statt das Trennende zu betonen.

Das tat der Vorsitzende der Yunus-Emre-Moscheegemeinde, Abdurrahman Kol, beim gemeinsamen Rundgang auch sogleich. Die Moschee werde zwar – ähnlich wie die christlichen Kirchen – ein Gotteshaus, aber sie solle vor allem auch ein Begegnungsort werden.

Das sei auch einer der Gründe gewesen, weshalb die einstige Tankstelle nicht mehr ausgereicht habe und zu Gunsten dieses Neubaus abgerissen wurde. „Wir hatten zu wenig Platz für die sozialen Zwecke“, sagte er.

In dem großzügigen Bau soll das nun besser werden. Auf über 3500 Quadratmetern entstehen Schulungsräume, Begegnungsstätten, Büros, zwölf Sozialwohnungen und prachtvolle Gebetsräume.

Unter einer großen Glaskuppel werden die Gläubigen künftig gen Mekka beten können. „Die Moschee soll auch architektonisch kein Fremdkörper im Quartier werden“, wie Kol erklärte.

Zur Akzeptanz bei den Bewohnern im Aachener Osten habe der Aachener Ortsbischof Heinrich Mussinghoff viel beitragen. So sei bei der Grundsteinlegung nicht nur der Iman, sondern auch der hiesige Rabbiner, der katholische Regionaldekan und der Superintendent der ev. Kirche zugegen gewesen. Dies zeige, so Kol, das wir nicht mehr am Rand der Gesellschaft in Aachen stehen sondern hier Heimat gefunden haben.

Eigentlich sollte die Moschee noch in diesem Jahr fertiggestellt werden, aber das sei wohl nicht mehr zu schaffen, wie Kol sagte. So werden sich die Gemeindemitglieder und Besucher frühestens im kommenden Jahr in den neuen Räumen begegnen können.

Die Vorbeter, die sogenannten Imame, werden jeweils traditionell in der Türkei ausgebildet und kommen dann für fünf Jahre nach Deutschland. „Danach müssen sie aber wieder zurück, was eigentlich schade ist, weil sie sich dann gerade erst richtig eingelebt haben“, so der Gemeindevorsitzende.

Auch neben dem neuen Gotteshaus tut sich einiges im Quartier. So richtete Andree Brüning seinen Dank noch besonders an Jürgen Kutsch, der mit seiner Stiftung viel zur Belebung des Ostviertels beigetragen habe.

Denn auch das sei ein Ziel solcher Begegnungen zwischen den Kulturen: „Wir müssen anfangen, die Zukunft gemeinsam zu denken.“

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