Pressemitteilungen

Das Haftungsprinzip stńrkt das Ideal des ehrbaren, christlichen Kaufmanns

Katholische Unternehmer: Manager sollen bei Fehlern stńrker haften

Köln (idea) – Manager sollen für Fehlentscheidungen, die Unternehmen schädigen, in stärkerem Maße mit ihrem Privatvermögen haften. Das fordert der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) mit Sitz in Köln.

Zum Hintergrund: Grundsätzlich können Führungskräfte zwar für herbeigeführte Schäden zur Kasse gebeten werden, sind aber meist durch eine berufliche Haftpflichtversicherung davor geschützt. Die Kosten dafür trägt in der Regel das Unternehmen. Kommt es zur Insolvenz, haben Eigentümer und Gläubiger den Schaden, während die verantwortlichen Vorstände und Aufsichtsräte nicht persönlich haften müssen. Für den BKU ist denkbar, dass ein Manager mit einem nicht versicherbaren Selbstbehalt von einem Drittel der in den vergangenen drei Jahren erzielten Vorstandsbezüge aufkommen muss. Nach Ansicht der Bundesvorsitzenden, der CDU-Bundestagsabgeordneten Marie-Luise Dött (Oberhausen), ist die Entkoppelung von Eigentum und Verantwortung eine zentrale Ursache dafür, „dass die Finanzkrise der vergangenen Jahre so fundamental und so schwer beherrschbar war“. In Aktiengesellschaften mit vielen Aktionären lägen Eigentum und Verantwortung nicht in einer Hand. Das begünstige risikoreiche und kurzfristig orientierte Entscheidungen, die möglicherweise nicht im Interesse der haftenden Eigentümer seien. Bereits 2012 hatte der BKU in einem Positionspapier erklärt: „Wo das Haftungsprinzip gilt, kann sich am ehesten auch eine unternehmerische Verantwortungskultur behaupten, die dem Ideal des ehrbaren, christlichen Kaufmanns nahekommt.“

Managergehälter müssen im Verhältnis zu den Löhnen der Belegschaft stehen

Der Verband wendet sich zugleich gegen Forderungen, Managergehälter per Gesetz zu begrenzen. Die Gehälter bewegen sich laut der BKU-Vorsitzenden Döt t zwar „teils in Größenordnungen, die den sozialen Frieden im Unternehmen und darüber hinaus gefährden“, aber statt sie gesetzlich zu deckeln, müssten die Aktionäre die Managerbezüge in ein angemessenes Verhältnis zu den Löhnen der Belegschaft setzen. Der 1949 gegründete Bund Katholischer Unternehmer hat rund 1.200 Mitglieder. Der Verband sieht sich als Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Kirche und Politik. Geschäftsführer ist Martin Schoser (Köln).

Zusatzinformationen zum Download
Impressionen
Aktuelles
Regionale Termine
Presseschau
Interview mit NDR Kultur vom 21. Februar 2018
Kirche und Geld - was lńuft schief?
Der Radiosender NDR Kultur hat am 21. Februar um 19 Uhr ein Interview mit dem BKU-Vorsitzenden Prof. Dr. Dr. Ulrich Heme...
mehr
Kirchenzeitung Nr. 7 vom 18. Februar 2018
Brauchen wir ein bedingungsloses Grundeinkommen?
Skeptisch äußert sich der BKU-Vorsitzende Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel in den 12 katholischen Kirchenzeitungen ...
mehr
Die Zeit vom 15. Februar 2018
Zeit-Interview zum Thema Kirchenfinanzen
Im Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" vom 15. Februar 2018 äußert der BKU-Vorsitzende Profe...
mehr
Die Tagespost vom 14. Februar 2018
Zu wenig Subsidiaritńt
„Der Koalitionsvertrag enthält gute Einzelheiten, aber seine Perspektive ist nicht die der Zukunft und nicht ...
mehr
BKU-Pressemitteilung vom 07.02.2018
Aufdeckung des Finanzskandals als Zeichen fortschreitender Transparenz
Der gestern bekannt gewordene Finanzskandal aus dem Bistum Eichstätt sorgt zu Recht für öffentliche Emp...
mehr