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BKU-Pressemitteilung vom 6. Februar 2013

Hauptversammlung sollte über Belegschaftsfaktor entscheiden

Der Bund Katholischer Unternehmer e.V. (BKU) begrüßt den Vorschlag der Regierungskommission Corporate Governance, die Vergütung des Vorstands in ein angemessenes Verhältnis zur Entlohnung der Belegschaft zu setzen. „Die Gehaltsabstände zwischen Mitarbeitern und Vorstand müssen in einer Balance sein, die den sozialen Zusammenhalt des Betriebs stärkt, und nicht unterminiert“, sagte die BKU-Bundesvorsitzende Marie-Luise Dött, MdB, unter Verweis auf das kürzlich veröffentlichte BKU-Diskussionspapier „Mut zur Verantwortung“. Allerdings sei eine Beteiligung der Hauptversammlung an der Entscheidung über die Größenverhältnisse sinnvoll.
Das Plenum des Aufsichtsrates solle einen Vorschlag vorlegen, über den die Hauptversammlung entscheidet und ihre Beschlüsse veröffentlicht. Die Kodex-Kommission fordert hingegen, dass der Aufsichtsrat die Größenverhältnisse ohne Beteiligung der Hauptversammlung festlegt.

Begrenzung der Gehälter und Verschärfung der persönlichen Haftung


Der BKU-Arbeitskreis Unternehmerverantwortung hat im Herbst umfassende Vorschläge zur Reform des Gesellschaftsrechts vorgelegt, um dem Prinzip der Haftung wieder mehr Geltung  zu verschaffen. „Die Entkoppelung von Eigentum und Verantwortung ist eine zentrale Ursache dafür, dass die gegenwärtige Krise so fundamental ist und so schwer beherrschbar ist“, ist Dött überzeugt. In Publikums-Aktiengesellschaften in Streubesitz lägen Eigentum und Verantwortung nicht in einer Hand. Erforderlich sei daher neben einer Koppelung der Vorstandsgehälter an das Gehaltsgefüge der Belegschaft eine Verschärfung der persönlichen Haftung der Verantwortungsträger, etwa durch einen nicht versicherbaren Selbstbehalt von einem Drittel der in den vergangenen drei Jahren insgesamt erzielten Vorstandsbezüge.

Flucht in die Haftungsbeschränkung verhindern

In dem Diskussionspapier entwickelt der Arbeitskreis neben Reformvorschlägen zur Vorstands-vergütung das Erfordernis, Haftungsbeschränkungen mit Auflagen zu verbinden, und fordert den Abbau der steuerlichen Benachteiligung von Personen- gegenüber Kapitalgesellschaften. „Haftungsbeschränkung muss mit besonderen Sorgfalts- und Transparenzpflichten verbunden sein“, forderte Dött. Eine Haftungsbeschränkung könne je nach Tätigkeitsfeld des Unternehmens sinnvoll sein, dürfe jedoch nicht steuerrechtlich privilegiert werden: Sonst komme es zu einer „Flucht in die Haftungsbeschränkung“, sagte die BKU-Bundesvorsitzende.

 Das Diskussionspapier ist in der Geschäftsstelle des BKU erhältlich (service@bku.de) und online abrufbar.


Der BKU
Dem 1949 gegründeten BKU gehören rund 1 200 Inhaber-Unternehmer, Selbständige und leitende Angestellte an. Der BKU ist in 36 Diözesangruppen gegliedert. In seinen Arbeitskreisen entstehen innovative Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik und zum Führen mit Werten. Der Verband sieht sich als Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Kirche und Politik.
Ihre Rückfragen beantwortet BKU-Geschäftsführer Martin J. Wilde, Tel. 0221/27237-0.
Herausgeber: Marie-Luise Dött, MdB, Vorsitzende des Bundes Katholischer Unternehmer e.V., Tel. 0221/27237-0.
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