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Domradio-Interview mit BKU-Geschäftsführer Wilde

Katholische Unternehmer gegen 32-Stunden-Woche für Eltern

Der Bund Katholischer Unternehmer e.V. sieht Vorschlag einer 32-Stunden-Vollzeit-Woche für junge Eltern von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig kritisch. Das erläuterte Martin Wilde, Geschäftsführer des BKU, am 10. Januar 2014 im Interview mit dem Domradio.
Die neue Familienministerin (SPD) hatte eine staatlich subventionierte 32-Stunden-Woche für Eltern und ein recht auf Rückkehr von einer Teilzeit- in eine Vollzeitbeschäftigung gefordert. "Wir brauchen flexible Arbeitszeitmodelle, aber dafür brauchen wir keine staatlichen Subventionen", sagte Wilde. "Das ist Sache der Tarifparteien und natürlich der Ehepartner." Denkbar seien statt einem Gehaltsverzicht bei Reduktion der Arbeitszeit Lebensarbeitszeitmodelle. "Wieso soll jemand in jungen Jahren nach Abschluss seiner Ausbildung oder seines Studiums nicht die gesetzliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden pro Woche ausschöpfen dürfen, um seine Arbeitszeit in der Familienphase entsprechend reduzieren zu können?".

Wilde verwies darauf, dass es in vielen Unternehmen bereits unterschiedlichste Modelle gebe, um den Mitarbeitern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. Zugleich betonte er aber auch, dass unterschiedliche Unternehmenstypen sehr unterschiedliche Möglichkeiten hätten, ihren Mitarbeitern hier entgegen zu kommen. "Ein Großkonzern mit 300 oder 3.000 Mitarbeitern kann ganz anders agieren und umorganisieren als ein kleiner Handwerksbetrieb mit 3 oder 30 Mitarbeitern, die möglicherweise auch noch stark spezialisiert sind", sagte Wilde. Allerdings sei sein Eindruck, dass sich in den vergangenen Jahren gerade auch in den kleineren Betrieben, in denen man sich gegenseitig kenne, ein großes Bewusstsein und ein großes Bemühen dazu entwickelt habe. Schließlich liege das auch im Interesse der Unternehmen: Es sei ein Wettbewerbsvorteil, wenn Mitarbeiter sich ganzheitlich betrachtet wissen, einschließlich ihrer familiären Verpflichtungen", sagte Wilde. Angesichts des Fachkräftemangels werde sich dies noch verstärken.

Er warnte davor, die Vereinbarkeitsdebatte auf junge Familien und Kindererziehung zu verengen: "Auch in der Altenbetreuung kommen angesichts der demografischen Entwicklung große Herausforderungen auf uns zu."  Lebensarbeitszeitmodelle ermöglichten auch hier mehr Flexibilität: Wenn die Kinder größer seien, könnte die Arbeitszeit wieder ausgedehnt werden, um sie wieder einschränken zu können, wenn Angehörige gepflegt werden müssen.

Hier können Sie sich das Interview anhören.

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