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Gastbeitrag von BKU-Mitglied Klaus Hipp in der Tagespost vom 10. April 2012

Wirksame Anreize schaffen

BKU-Mitglied, Prof. Dr. Claus Hipp, hat sich für Anreize ausgesprochen, die es Beschäftigten ermöglichen, auch über das gesetzliche Rentenalter hinaus zu arbeiten. In einem Gastkommentar für "Die Tagespost" (Ausgabe vom 10. April  2012) schrieb Hipp:
Viele Beschäftigte würden gerne über das gesetzliche Rentenalter hinaus arbeiten. Sie fühlen sich fit, haben enorme Berufsund Lebenserfahrung und werden auch in vielen Fällen gebraucht - nicht nur wegen des sich abzeichnenden Fachkräftemangels. Sowohl für uns Unternehmer wie auch für diese Beschäftigten wäre es ein wirksamer Anreiz, das Beschäftigungsverhältnis auch über das gesetzliche Rentenalter hinaus fortzuführen, wenn es von den Beiträgen zur Renten und Arbeitslosenversicherung freigestellt würde. Diese wären ja auch nicht mehr notwendig: Wer ein Anrecht auf seine Rente hat, braucht keine Rentenbeiträge mehr zu bezahlen, und wer im Falle seines Arbeitsplatzverlustes Anrecht auf seine Rente hat, braucht auch keine Arbeitslosenversicherungsbeiträge mehr zu zahlen.

Bei den derzeitigen Beitragssätzen für die Rentenversicherung von 19,6 Prozent und 3 Prozent für die Arbeitslosenversicherung würden sich die Lohnnebenkosten um insgesamt 22,6 Prozent verringern. Die Arbeitgeber würden entsprechend entlastet und auch die Beschäftigten hätten mehr Netto vom Brutto.

Eine solche Regelung wäre nicht nur attraktiv für Beschäftigungsverhältnisse jenseits des gesetzlichen Rentenalters. Wenn Unternehmen wissen, dass ältere Beschäftigte über das Rentenalter hinaus zu den neuen günstigeren Konditionen weiterarbeiten, dann würde sie das motivieren, diese auch vorher zu halten. Denkbar wäre in diesem Zusammenhang, die Befreiung von den Versicherungsbeiträgen schon vor dem Erreichen des Renteneintrittsalters zumindest teilweise zu gewähren. Wenn sich beispielsweise ein Beschäftigter verpflichtet, zwei Jahre über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus zu arbeiten, dann könnten die Beitragssätze für diese Zeit und für die beiden Beschäftigungsjahre davor auf 9,8 Prozent und 1,5 Prozent halbiert werden. Solche Regelungen würden flexiblere Arbeitszeitmodelle unterstützen, denn die Beschäftigten könnten ihre Arbeitszeiten schrittweise reduzieren, ohne Einbußen bei ihrem Nettoeinkommen zu erleiden.

Für Beschäftigte, die über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus Vollzeit arbeiten wollen, könnte zusätzlich geprüft werden, ob die Teile des Arbeitsentgeltes, die über den ansonsten fälligen Rentenzahlungen liegen, steuerfrei gestellt werden könnten.

Der Autor ist Mitglied im Bund Katholischer Unternehmer (BKU) und geschäftsführender Gesellschafter der HiPP GmbH & Co. Vertrieb KG.

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