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BKU lehnt ein bedingungsloses Grundeinkommen auf nationaler Ebene ab

„Solidarität beruht auf Gegenseitigkeit - und muss weltweit gelten!“

Der Bund Katholischer Unternehmer e.V. (BKU) lehnt die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens auf nationaler Ebene ebenso wie Reinhard Kardinal Marx entschieden ab. „Die Selbstachtung, die daraus resultiert, von den Früchten der eigenen Arbeit zu leben, dürfen wir niemandem aberkennen“, sagt Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel, Bundesvorsitzender des BKU. Dass dem Recht auf Arbeit zugleich eine Würde der Arbeit entspricht, habe die Katholische Soziallehre immer betont. In unserer Gesellschaft definierten sich die Menschen stark über sinnstiftende Erwerbstätigkeit. „Das wird auch in einer zunehmend digitalisierten Welt gelten.“
"Den Menschen nicht das Gefühl der Wertschätzung nehmen"
Berufsbilder werden sich verändern. „Doch auch in einer zunehmend digitalisierten Welt werden die Menschen noch gebraucht“, betont der BKU-Vorsitzende. „Dieses Gefühl der Wertschätzung sollten wir ihnen nicht nehmen.“ Manche Tätigkeiten werden künftig wegfallen. Doch in unserer Gesellschaft liegen gegenwärtig noch viele Arbeitsfelder brach, in denen Beschäftigung entstehen kann. Dafür müssen jedoch die Rahmenbedingungen stimmen: Übersteigen die Kosten die in den Tätigkeiten erzielte Wertschöpfung, entstehen diese Jobs nicht.

Zur Unterstützung der Menschen, die vom Ertrag ihrer Arbeit nicht in Würde leben können, sei selbstverständlich die Solidargemeinschaft gefordert. Nur lässt sich eine solche Solidargemeinschaft in Zeiten der globalen Zivilgesellschaft nicht mehr national einhegen und eingrenzen, wie u.a. die Zuwanderung von Armuts- und Bürgerkriegsflüchtlingen zeigt. Ein bedingungsloses Grundeinkommen im Rahmen des deutschen Lebensstandards würde als Einladung für die Zuwanderung, aber auch Entwurzelung von Menschen verstanden werden. Auch heute noch lebt knapp eine Milliarde Menschen von weniger als zwei Dollar pro Tag. Hier ist eine globale Solidarität gefragt.

Zur menschlichen Verantwortung gehört letztlich auch die eigene Anstrengung der Betroffenen. „Solidarität beruht auf Gegenseitigkeit!“, bekräftigt Hemel, denn die Solidargemeinschaft, die die Unterstützung erwirtschaften muss, sei eben nur in dem Umfang gefordert, in dem die Menschen nicht für sich selbst sorgen können.

Zusätzliche Beschäftigungshemmnisse für niedrig Qualifizierte
Das bedingungslose Grundeinkommen hingegen nehme gering qualifizierten Menschen Leistungsanreize. Deren Wertschöpfung und die damit verbundene Wertschätzung würden der Gesellschaft fehlen. „Steigende Lohnzusatzkosten an Stelle von Leistungsanreizen – so schaffen wir neue Beschäftigungshemmnisse, gerade für diejenigen, die es auf dem Arbeitsmarkt schon heute schwer haben“, warnt Hemel.


Weitere Informationen: Dr. Martin Schoser, Dr. Vera Bünnagel,  Tel.: 0221 / 2 72 37 – 0, E-Mail: service@bku.de.



Der BKU
Dem 1949 gegründeten BKU gehören rund 1 200 Inhaber-Unternehmer, Selbständige und leitende Angestellte an. Der BKU ist in 36 Diözesangruppen gegliedert. In seinen Arbeitskreisen entstehen innovative Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik und zum Führen mit Werten. Der Verband sieht sich als Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Kirche und Politik.

Herausgeber dieser Pressemitteilung vom 28.11.2017: Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel, Vorsitzender des Bundes Katholischer Unternehmer e.V., Tel. 0221 / 2 72 37 - 0.

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