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Michael Rassinger

„Die machen eh, was sie wollen: Wut, Frust, Unbehagen - Politik muss besser werden“

Dr. Carsten Linnemann nimmt bei der BKU-Veranstaltung am 27. Februar 2017 in der Katholischen Akademie Berlin kein Blatt vor den Mund. Als Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU (MIT) trägt der Bundestagsabgeordnete aus Paderborn eine große Verantwortung, denn seine Stimme hat in der Republik Gewicht.

Richard Schütze stellt Dr. Carsten Linnemann MdB und Rüdiger Kache vor.
Zu Linnemanns besonderem Engagement in seinem Wahlkreis gehört, dass er seit acht Jahren monatlich Hausbesuche bei Bürgern, egal ob mit oder ohne Parteizugehörigkeit, durchführt. Die Themen, die dort auf den Tisch kamen, sowie zahlreiche Mails von besorgten Bürgern veranlassten ihn, ein Buch über die Politik- und Politikerverdrossenheit in Deutschland zu schreiben: „Die machen eh, was sie wollen“ lautet der sinnige Titel des seit Januar 2017 erhältlichen Werks mit rund 160 Seiten. Der Erlös aus dem Buchprojekt kommt übrigens in voller Höhe der „Stiftung Lebenslauf“, laut Linnemann ein „Mercedes der Lebenshilfe“, zugute. Die Paderborner Initiative „Lebenslauf“ kümmert sich, so Linnemann, um „Kinder und Jugendliche aus unserer Region, die nicht die Fürsorge ihrer Eltern erfahren durften und deren Lebensläufe von Vernachlässigung, Gewalt und Missbrauch geprägt sind.“

In seinem Buch, das in Zusammenarbeit mit dem langjährigen ehemaligen Chefredakteur des Westfalen-Blattes, Rüdiger Kache, entstand, schildert Linnemann die Sorgen und Ängste der Deutschen. Dabei macht er drei „auf den Nägeln brennende Themen“ aus, um die sich Bürgerinnen und Bürger Gedanken machen: Die Energiewende, die Eurokrise und die Flüchtlingskrise. Linnemann und Kache interviewten Menschen aus unterschiedlichen Bevölkerungsschichten, darunter auch Prominente. Das Resultat sind authentische Interviews mit Menschen, die Klartext reden. Dabei wurden zwei zentrale Themen erkennbar, die nach Linnemanns Meinung auch den Wahlkampf 2017 beherrschen werden: Gerechtigkeit und Sicherheit.

Linnemann sieht SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz als einen Glücksfall an; Schulz schaffe Emotionen und bewirke, dass die Parteien wieder unterscheidbar würden, denn bei seinen Gesprächen mit Bürgern hörte Linnemann oft den Satz: „Es ist doch egal, wen ich wähle. Es kommt eh dasselbe raus.“ Wut, Frust und Unbehagen hätten sich breit gemacht. Daraus ziehen Kache und er den Schluss: „Die Politik muss besser werden.“

Zum Thema Gerechtigkeit hat der Bundestagsabgeordnete die Antwort schon parat: Eine konsequente Anwendung der Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft sei der beste Lösungsansatz. Auch besinne man sich in Politik und Gesellschaft seiner Ansicht nach zunehmend wieder auf Fakten.

Linnemann und Kache, die dem Publikum Rede und Antwort standen, sehen ihr Buch als eine Beschreibung des Status quo. Zahlreiche Äußerungen aus der Bevölkerung, aber auch von Personen des öffentlichen Lebens, veranschaulichten, was die Deutschen von der aktuellen Politik halten und denken. Dies rege zum Nachdenken an, denn vor allem konstruktive und kritische Töne könnten Veränderungen bewirken.

Bei der lebhaften Diskussion mit rund 45 BKU-Mitgliedern und Gästen wurde ein weiter Themenbogen von der Mietpreisbremse, der Wirtschaftskompetenz der Union, der „Flexi-Rente“ und Arbeit im Alter, autonom fahrenden Autos und Griechenland-Rettungspaketen bis hin zu Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft und Problemen der inneren Sicherheit erörtert. Die engagierten und auch emotional vorgetragenen Beiträge zeigten, dass sich die Unternehmer ihrer gesellschaftlichen und politischen Verantwortung bewusst sind. Der gelungene Abend mündete in eine offene Netzwerkrunde in entspannter Atmosphäre.

Michael Rassinger

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Carsten Linnemann
Die machen eh, was sie wollen
Wut, Frust, Unbehagen - Politik muss besser werden

Verlag Herder
1. Auflage 2017
Gebunden mit Schutzumschlag
168 Seiten
ISBN: 978-3-451-37736-5


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