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Pressemitteilung der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt vom 28.11.2016 - Eichstätter Gespräche 2016

Freiheit mit Verantwortung: Innovationen als Motor für Wirtschaft und Gesellschaft

Auf welcher Grundlage entstehen Innovationen und welche Folgen haben sie für Wirtschaft und Gesellschaft? Dieser grundlegenden Frage gingen die diesjährigen „Eichstätter Gespräche“ nach, welche die KU gemeinsam mit dem Bund Katholischer Unternehmer vergangene Woche veranstaltete. Die öffentliche Auftaktveranstaltung unterstrich den Anspruch der seit schon mehreren Jahren laufenden Reihe, Kirche, Wissenschaft und Wirtschaft an der KU miteinander in den Dialog zu bringen.
Foto: Schulte Strathaus/upd
Die Hauptredner in der Aula der Universität waren der Berliner Erzbischof Dr. Heiner Koch, die Präsidentin der Cologne Business School, Prof. Dr. Elisabeth Fröhlich, sowie der Vorstandsvorsitzende der Hubert Burda Media Holding, Dr. Paul-Bernhard Kallen.

Foto: Referenten und Gäste der Eichstätter Gespräche (v.l.): Stephan Teuber (Vorstand Bund Katholischer Unternehmer), Dr. Paul-Bernhard Kallen (Vorstandsvorsitzender Hubert Burda Media Holding), Erzbischof Dr. Heiner Koch (Erzbischof von Berlin), Prof. Dr. Elisabeth Fröhlich (Präsidentin der Cologne Business School), Barbara Loos (Vorsitzende des Hochschulrates), Prof. Dr. André Habisch (KU), Erzbischof Dr. Jean-Claude Hollerich (Erzbischof von Luxemburg), KU-Vizepräsident Prof. Dr. Klaus Stüwe und Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger (Vorsitzender des Stiftungsrates).

„Innovationen sind einerseits Motor der Gesellschaft, andererseits haben Transformationen auch ethische Konsequenzen. Deshalb ist ethisch fundiertes Handeln ein zentraler Aspekt für die KU in Forschung und Lehre“, betonte KU-Präsidentin Prof. Dr. Gabriele Gien in ihrer Begrüßung. In seinen Ausführungen unter dem Titel Thema „Unser Bild vom Menschen und Unternehmer: Mitwirkender am Schöpfungshandeln Gottes“ befasste sich Erzbischof Koch mit dem Spannungsfeld von Freiheit und Verantwortung. Gott sei als Schöpfer der erste Unternehmer gewesen und habe uns zu seinen „Mit-Unternehmern“ gemacht, die sich frei entfalten könnten. Jedoch werde gleichzeitig nur eine verantwortete Freiheit der Würde des Menschen gerecht. Die Verbindung von Freiheit und Verantwortung der Unternehmer stelle eine lebenspraktische Übersetzung der katholischen Soziallehre dar. „Das Unternehmertum ist und bleibt eine schöpferische Kraft, die Wirtschaft ist jedoch auch einem gesellschaftlichen Grundkonsens verpflichtet“, so Koch.

Dass bei der Entstehung von Innovationen auch Fehler zugelassen werden müssen, zeigte die Wirtschaftswissenschaftlerin Prof. Dr. Elisabeth Fröhlich in ihrem Beitrag. In Unternehmen sei die Haltung weit verbreitet, Neuerungen nur mit „Vollkaskoschutz“ auf den Weg zu bringen – verbunden mit starren Prozessen und Genehmigungsverfahren. Zwar bedürfe es eines Handlungsrahmens, innerhalb dessen sich die Akteure gemäß bestimmter Regeln bewegen. Neues lasse sich jedoch nicht immer mit bewährten Methoden erreichen. „Warum kann ein Umweg nicht der besser Weg zum Ziel sein? Die Innovationsforschung zeigt, dass sich neue Ansätze entfalten, wenn man Eigenverantwortung einräumt, zum Experimentieren ermutigt und Fehler zulässt“, so Fröhlich. Es gelte, Fehler nicht zu verhindern, sondern zu akzeptieren, dass sie passieren und sich in etwas Positives verwandeln lassen. Unsere Gesellschaft sei kaum fehlertolerant, was zu einer Scheinsicherheit führe. Ihre Hochschule verfolge das Ziel, eine Fehlerkultur zuzulassen, um so Mut und Neugierde zu fördern.



Die Digitale Revolution zwischen schöpferischer Zerstörung und „schöner, neuen Welt“ schilderte Dr. Paul-Bernhard Kallen als Vorstandsvorsitzender der Hubert Burda Media Holding. Mit Blick auf die technische Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte stellte er fest: „Die Rechnerleistung, die heute in einem Mittelklassewagen verbaut ist, entspricht der Kapazität, die bei der Mondlandung zur Verfügung stand. Vor gerade einmal 50 Jahren hätte es 100 Milliarden Dollar gekosten, die Rechengeschwindigkeit eines heutigen Tablet-PC zu erreichen.“ Diese Entwicklung verlaufe weiterhin fundamental und in großer Geschwindigkeit. Auf der einen Seite lasse sich angesichts sinkender Produktionskosten Kapital effizienter einsetzen, so dass Servicequalität und Wohlstand stiegen. Auf der anderen Seite seien in den vergangenen Jahren riesige Unternehmenswerte vernichtet worden, wie etwa der Verkauf der Handy-Sparte des Herstellers Nokia an Microsoft gezeigt habe. Die rasante Entwicklung führe zu Unsicherheit in den Unternehmen: Über 40 Prozent der Entscheider wüssten nicht, wie sich ihre Branche in drei Jahren gestalten würde, Startup-Unternehmen würden von drei Vierteln als Bedrohung gesehen. Eine Konsequenz daraus lautet: „Die Wissenserrungenschaften liegen heute zwischen den Fachdisziplinen.“

Zu den Referentinnen und Referenten des nicht-öffentlichen Teils der Veranstaltung gehören u.a. Prof. Dr. Claus Hipp (Geschäftsführer HiPP GmbH & Co. Vertrieb KG) sowie der ehemalige bayerische Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein.


Zur Pressemitteilung der KU-Eichstätt


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