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Wirtschaft N.E.U. denken

Paradigmenwechsel des Wachstums

BKU-Mitglied Bruno Wenn, Sprecher der Geschäftsführung der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH, hält die soziale Marktwirtschaft für das Wirtschafts- und Sozialmodell, das es zu verteidigen gilt. Angesichts der zunehmenden Ungleichheit und der demographischen Entwicklung ist es auch ein geeignetes Modell für die Entwicklungs- und Schwellenländer. „Das demographische Durchschnittsalter beträgt z.B.in der Côte d’Ivoire 16 Jahre, bei uns 46 Jahre, die jungen Menschen werden sich nicht in diese Ungerechtigkeiten fügen.“
Weltweit nehme die Ungleichheit zu, selbst in Skandinavien öffne sich die Schere zwischen arm und reich zunehmend. Inklusion definiert Bruno Wenn als Chance zur Teilhabe am wirtschaftlichen Leben. Voraussetzung dazu seien eine entsprechend ausgerichtete Ordnungspolitik und starke Sozialpartner. Und eben an diesen fehlte es in Schwellen- und Entwicklungsländern.

Bruno Wenn verwies auf die im September 2015 von allen Regierungen verabschiedete Entwicklungsagenda 2030. Die Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele kann nur gelingen, wenn Regierungen, Unternehmen, Gewerkschaften und  Zivilgesellschaften gemeinsam daran arbeiten, die Entwicklung sozial gerecht zu gestalten. Dazu gehöre es auch, dass Unternehmen, faire Löhne zahlen und angemessene Arbeitsbedingungen gemäß ILO Kernarbeitsnormen zu schaffen. Doch in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern ist die Umsetzung und Kontrolle internationaler Regelungen und Standards mangelhaft. 

Foto (v.l.): Bruno Wenn, Sprecher der Geschäftsführung der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG); Moderatorin Michaela Rensing, WDR; Prof. Dr. Nils Goldschmidt, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft e.V. und Vorsitzender des Zentrums für ökonomische Bildung der Universität Siegen (ZöBiS); Suat Bakir, Hauptstadtrepräsentant der Deutsch-Türkischen Wirtschaftsvereinigung e.V. (DTW).


Umso wichtiger ist es, dass Unternehmen verantwortungsvoll handeln. Unternehmen wie OTTO geben z.B. Hoffnung: „OTTO hat das Bonussystem für Einkäufer umgestellt. Ging es früher darum, möglichst günstig einzukaufen, wird nun die Nachhaltigkeit der Herstellung honoriert. Und dies wird vor  Ort kontrolliert.“ Auch appelliert Bruno Wenn an ein bewussteres, nachhaltiges Konsumentenverhalten. Denn durch unsere Kaufeinscheidungen beeinflussen wir die Art und Weise, was und wie Unternehmen produzieren. Wir können nicht die Einhaltung sozialer und ökologischer Standards verlangen wenn wir gleichzeitig nicht bereit seien, auch angemessene Preise für die Waren und Leistungen zu bezahlen. crad

BKU-Mitglied Bruno Wenn sprach beim sechsten „Christlich-muslimischen Unternehmerdialog“ , ausgerichtet von der Konrad-Adenauer-Stiftung, zum Themenfeld Soziale Marktwirtschaft am 7. November 2016 im Universitätsclub Bonn.
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