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Thema Ehe und Familie

Besinnungstage im Kloster Nütschau

Im zweiten Vortrag des Tages befasste sich der geistliche Berater der BKU-Gruppe Hamburg, Pfarrer Karl Schultz mit der Frage von Ehe und Familie zwischen Ideal und Wirklichkeit im Spannungsfeld zwischen Kirchenrecht und Seelsorge. Seine Ausführungen basierten dabei neben der heiligen Schrift auf dem Katechismus der katholischen Kirche als Grundwerk der Fundamentaltheologie sowie dem Codex Juris Canonici (CIC), der als einziges rechtliches Regelwerk weltweit gilt und das katholische Kirchenrecht definiert.
Die aktuelle gesellschaftliche und seelsorgerische Situation zeigt sich als Zeit der Umbrüche und Krisen. Es tritt zutage, was Karl Rahner schon vor vierzig Jahren vorhergesehen hat, nämlich einen dramatischen Traditionsabbruch, der quer durch die Familien geht und unsere Kirche und unsere Gesellschaft enorm verändert hat und weiterhin verändern wird.

Vor dem Hintergrund dieser existentiellen Glaubens- und Sinnkrise vieler Mitmenschen müssen ohne Tabus Fragen zugelassen und gestellt werden und ein offenes und ehrliches Gespräch geführt werden, damit die Kirche sich entsprechend verändern kann und nicht „weltfremd“ wird. Für diesen offenen Ansatz steht ohne Zweifel Papst Franziskus.

Festzustellen ist in der Seelsorge ein Religionsverlust, also ein Verlust der christlichen Identität.

Mit Blick auf Ehe und Familie wird ein Spannungsfeld zwischen Ideal und Wirklichkeit besonders deutlich, wenn einerseits eine Wertediskussion die allgemeine Debatte beherrscht, andererseits aber unsere Eliten die ganze Palette des Möglichen repräsentieren, gleichgeschlechtliche Partnerschaften, andere sind geschieden oder haben außerhalb der Ehe noch dieses oder jenes Kind gezeugt, Kanzler und Außenminister liefern sich ein Rennen, wer es zu mehr Ehen gebracht hat und der Bundespräsident ist zwar verheiratet und Pfarrer, lebt aber mit einer anderen Frau zusammen.

Mit anderen Worten ist die soziale Gruppe auch in der Familie brüchig geworden, besonders in Bezug auf die religiöse Identität. Ehe und Familie gehören im öffentlichen Bewusstsein als durch den allgemeinen Werteverfall bedrohte Lebensformen. Allerdings belegen jüngste Studien, dass gerade für Jugendliche Familie und Partnerschaft zu den wichtigsten Werten gehören. In der Realität ist aber dem entgegenstehend eine abnehmende Heiratsneigung und steigende Scheidungszahlen sowie ein dramatischer Geburtenrückgang festzustellen. Obwohl also Ehe und Familie als Leitbilder hoch im Kurs stehen, sind sie als praktizierbare Lebensformen zunehmend gefährdet.

Diese Gefährdung ist gleichzeitig eine Gefährdung der Gesamtgesellschaft, da die Familie die eigentliche Keimzelle der Gesellschaft darstellt und damit weiterhin als widerstands-und anpassungsfähigste Lebensform gegenüber gesellschaftlichem und kulturellem Wandel weiterhin ihre Berechtigung besitzt.
Die religiöse und gesellschaftliche Bedeutung von Ehe und Familie und die aktuelle Spannungssituation waren für Papst Franziskus auch der Anlasse, in offener Art sich Fragen zu stellen und nach weltweit akzeptierten Lösungen zu suchen. Diese Suche fand in Form einer außerordentlichen und einer ordentlichen Synode in Rom statt.

Von den Ergebnissen dieser Synoden berichtete im Anschluss an den Vortrag von Pfarrer Schultz Herr Dr. Kottmann in seinem anschließenden Vortrag.

Thomas Günster
(DG-Vorsitzender Fulda, der als Gast teilgenommen hat)
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