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25.04.2016 | Forschungsergebnisse des Instituts für Theologie und Frieden

Europas Verantwortung gegenüber Flüchtlingen aus Krisengebieten

„Europäische Völker und Staaten tragen eine erhebliche Mitverantwortung für politische Grundkonflikte in Teilen Afrikas, der Arabischen Welt und Asiens", erklärte Prof. Dr. Heinz-Gerhard Justenhoven, Direktor des Instituts für Theologie und Frieden (ithf) und der Katholischen Friedensstiftung in seinem Vortrag am 25. April vor BKU-Mitgliedern und Gästen in der Kath. Akademie Berlin.
Prof. Dr. Heinz-Gerhard Justenhoven, Stiftungsvorstand der Kath. Friedensstiftung (Foto: Norman Gebauer)
Sein Appell: Deutschland müsse sich in der EU für einen gerechtigkeitsorientierten Ausgleich konkurrierender Interessen einsetzen: „Dies gelingt perspektivisch am besten durch eine am Recht orientierte Politik", so Justenhoven. „Zugleich müssen wir in Europa über Versöhnungsinitiativen nachdenken, die die fortdauernden Leiden von Menschen in ehemaligen Kolonialgebieten anerkennen und überwinden helfen“, forderte der Theologe.

Derzeit spürten wir die Auswirkungen von gewalttätigen Gewaltkonflikten, vor denen weltweit Millionen Menschen fliehen – auch nach Europa. An der Entstehung einer Reihe dieser Konflikte seien europäische Kolonialmächte beteiligt; im Kern liege diesen Konflikten eine tiefgehende Missachtung anderer Völker und Kulturen zugrunde, die sich bis in die Gegenwart z.B. in der Intervention in sogenannten „Einfluss-Zonen“ fortsetze. Auch die Kritik afrikanischer Staaten z.B. an Economic Partnership Agreement (EPA) zeige, dass die politisch-ökonomischen Asymmetrien nicht überwunden seien.

Das Institut für Theologie und Frieden (ithf) ist eine wissenschaftliche Forschungseinrichtung der Katholischen Kirche in Trägerschaft der Katholischen Militärseelsorge zum Zweck der ethischen Auseinandersetzung mit Fragen des Friedens und der Friedensgefährdungen. Die interdisziplinär angelegten Forschungsprojekte des ithf bearbeiten aktuelle Problemstellungen in der politischen und militärischen Praxis sowie angrenzender Wissenschaften (wie z. B. der Politikwissenschaft und des Völkerrechts) auf der Basis eines christlichen Wertefundaments und aus der Kenntnis der christlichen friedensethischen Tradition. Deren Erforschung spielt selbst eine wichtige Rolle im Aufgabenfeld des ithf. Die intensive Beschäftigung mit dem Friedensdenken im Islam ist in den vergangenen Jahren hinzugetreten.

„Frieden beginnt im Kopf” ist der Leitsatz der Katholischen Friedensstiftung. Ziel der Stiftung ist, Mittel für die friedensethische Forschung des Instituts für Theologie und Frieden bereitzustellen.

> Beitrag über den BKU-Abend erschien unter Katholische Militärseelsorge

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