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22.03.2016 | Die Regeln der Kommunikationsgesellschaft

Medienkrisen meistern

„In der immer schneller agierenden Medienwelt im digitalen Zeitalter kommt es ganz besonders darauf an, nicht zum ‚reinen Objekt‘ der Berichterstattung zu werden, sondern selbst Einfluss auf die Agenda der Medien zu nehmen“ rät Richard Gaul, ehem. Politik- und Kommunikationschef der BMW Group und selbstständiger Kommunikationsberater.

Richard Gaul (links) und Joachim Roscher (Foto: Fides Mahrla, bku)

„Wer nicht selbst agiert, sondern nur reagiert, wer sich nicht auch schon im Vorhinein auf mögliche Krisen in seinem Arbeitsbereich vorbereitet, das Krisenmanagement erprobt und die Kommunikationsabläufe einstudiert, der geht mit seinen Produkten und seinem Unternehmen dann im medialen Strudel vielleicht sogar unter“ warnt auch Joachim Roscher, PR- und Krisenberater der ipse Communication GmbH.

Das Thema „Die Regeln der Kommunikationsgesellschaft und die Medien als Partner und Gegner“ stieß auf große Resonanz und viel Interesse; rund 40 BKU-Mitglieder und Gäste aus Wirtschaft, Verbänden, Politik, den Medien und der Verwaltung des Erzbistums Berlin nahmen am 22. Februar 2016 an einer Veranstaltung der Diözesangruppe Berlin-Brandenburg in den Räumlichkeiten der „Richard Schütze Consult“ teil. In den Präsentationen von Richard Gaul und Joachim Roscher ging es vor allem darum, wie Manager, Unternehmer und Führungskräfte auch in Krisensituationen professionell agieren und in den Medien und der Öffentlichkeit souverän auftreten können. Im Idealfall könne ein gut vorbereitetes Unternehmen eine „Medien-Agenda“ sogar selbst „setzen“, meint Gaul.

Denn nicht selten ist die mediale Berichterstattung auch durch gezielte Kampagnen mit einer übertriebenen Skandalisierung, Stigmatisierung, Empörung und Dramatisierung geprägt. Das mag auch in dem durch die Digitalisierung härter gewordenen Wettbewerb sowie der Arbeitsverdichtung und dem Zeitmangel von Journalisten begründet sein. Dabei werden häufig die Legitimation von Institutionen, die Reputation von Persönlichkeiten oder die Existenz eines Unternehmens beschädigt. Die Beispiele reichen von den zu Unrecht erhobenen Vorwürfen gegen die Birkel-Nudeln bis hin zur Affäre um den ehemaligen Bundespräsidenten Wulff.

In solchen Situationen kommt es auf ein professionelles Krisenmanagement und die eigene Glaubwürdigkeit an, will man Vertrauen erhalten und das eigene Image bewahren. „Wenn man die Mechanismen der Medien beherrscht, geht nicht darum, diese Regeln zu beklagen, sondern man muss sie kennen, um sich innerhalb dieses Regelwerkes professionell bewegen zu können“, erläutert Gaul.

Bei aller berechtigten Kritik seien die „Medienschaffenden“ aber auch gefordert, nicht nur schwarz zu malen, sondern die „ganze Geschichte“ zu erzählen, ergänzt Joachim Roscher. ‚Constructive News‘ seien der neue Megatrend und zugleich auch eine journalistische und ethische Verpflichtung.


Vorträge zum Downloaden
„Die Regeln der Kommunikationsgesellschaft" von Richard Gaul,  ehem. Politik- und Kommunikationschef der BMW Group und selbstständiger Kommunikations- und Investmentberater,
PDF Teil 1, PDF Teil 2, PDF Teil 3)
„Unternehmen im Spiel mit Medien und Öffentlichkeiten" von Joachim Roscher, PR- und Krisenberater der ipse Communication GmbH
PDF (2,7 MB)


 

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