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Brauchen wir wirtschaftliches Wachstum?

Diskussion über Wirtschaftswachstum mit dem AEU Ruhr

Gemeinsame Diskussionsveranstaltung des
Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer (AEU) Ruhr und des
Bundes Katholischer Unternehmer (BKU), Diözesangruppe Ruhrgebiet

So unterschiedlich die Referenten waren, so einig waren sie sich doch darin, dass man zwar Wachstum brauche, aber nicht um jeden Preis. Die entscheidende Frage sei, wie das Wachstum aussehen solle.
Michael P. Sommer, Direktor Ausland & Nachhaltigkeit der BANK IM BISTUM ESSEN eG und Vorstandsmitglied des BKU (links) und Dr. Andreas Noé, Geschäftsführender Gesellschafter der BWG Bergwerk- und Walzwerk-Maschinenbau GmbH in Duisburg und Sprecher des AEU
Dies entlockte jetzt Moderator Markus Augustiniak, Chefredakteur von Radio Duisburg, den Diskutanten auf der gemeinsamen Veranstaltung des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer (AEU) und des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU) der Region rund um das Ruhrgebiet.

Über 50 Mitglieder von AEU und BKU trafen sich zu dieser erstmaligen gemeinsamen Veranstaltung in der Katholischen Akademie Die Wolfsburg in Mülheim zu der Frage: „Brauchen wir wirtschaftliches Wachstum?“

Prof. Dr. Wim Kösters, Mitglied des Vorstandes des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), Essen, stellte gleich zu Beginn klar: Wachstum, also die Vergrößerung des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts pro Kopf, messe nicht Wohlstand.

Dr. Andreas Noé, Geschäftsführender Gesellschafter der BWG Bergwerk- und Walzwerk-Maschinenbau GmbH in Duisburg und Sprecher des AEU, schilderte, wie er immer neue Märkte auf der ganzen Welt suchen müsse und auch eine Produktionsstätte im Ausland habe aufbauen müssen, um seine Mitarbeiter in Deutschland überhaupt zu halten. Man gerate als Unternehmer automatisch in eine Wachstumsspirale.

Während Friedel Hütz-Adams aus Bonn vom SÜDWIND e.V., Institut für Ökonomie und Ökumene, darauf baute, mit mehr Regulierung der  Unternehmen das Vertrauen des Konsumenten in den Kaufmann wieder herzustellen, betonte Michael P. Sommer, Direktor Ausland & Nachhaltigkeit der BANK IM BISTUM ESSEN eG und Vorstandsmitglied des BKU, die Verantwortung aller Beteiligter. Es gehe um Delegation von Verantwortung, einen Ordnungsrahmen statt Bürokratie.

Insgesamt ließ sich die Diskussion, die auch auf die Gäste ausgeweitet wurde, zusammenfassen mit dem gemeinsamen Papier, das AEU und BKU bereits 2001 herausgegeben haben unter dem Titel: „Mehr Eigenverantwortung! Ein Plädoyer christlicher Unternehmer.“ Hier heißt es u.a.:

„Die christliche Ethik geht von der Person und ihrer Würde aus. Der Mensch ist Geschöpf und Ebenbild Gottes. Dem entspricht die Verantwortung des Menschen sowohl für sich selbst als auch für andere. Aus der  unveräußerlichen Menschenwürde leiten sich drei miteinander verbundene ethische Prinzipien ab: Personalität, Subsidiarität, Solidarität.“ …
„Damit die natürlichen ökonomischen Impulse der Menschen ungehindert und dauerhaft zum Ausdruck kommen können, braucht die Soziale Marktwirtschaft vor allem ein rechtlich fest verankertes und durchgesetztes Privateigentum, Vertrags- und Gewerbefreiheit, ein klares Haftungsrecht, die Sicherung eines funktionsfähigen Wettbewerbs, eine stabile Währung und darüber hinaus auch eine halbwegs stetige Politik.“ …
„Sachlich betrachtet ist es die Effizienz der Marktwirtschaft, die einer praktisch angewandten Solidarität überhaupt erst den Boden bereitet. Sie läßt den „Wohlstandskuchen“ so weit wachsen, dass nachher davon auch etwas verteilt werden kann. Der Wettbewerb erlaubt die freie Entfaltung der individuellen Initiative, und die sich daraus ergebende dynamische Effizienz, ergänzt um sozialpolitische Maßnahmen, ermöglicht die solidarische Absicherung derer, die ihre Freiheit zu nutzen nicht in der Lage sind.“




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