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Kooperationsveranstaltung der Erzdiözese, der IHK und der HWK

MehrWERT für Ihr Unternehmen

Das Gespür für den Kunden. Darum ging es bei der vierten Unternehmenswerkstatt der Reihe „MehrWert für Unternehmen“ am 15. April 2015. Im Freiburger Traditionsunternehmen Bettenhaus Stiegeler trafen sich mehr als 25 regionale Führungskräfte, für neue Impulse und einen Gedankenaustausch auf Augenhöhe.
Freiburg - Der traditionelle Handel ist im Umbruch. Große Onlinehändler  wie Amazon oder Zalando haben den Markt auf den Kopf gestellt. Doch gerade in Zeiten von anonymem Onlineshopping sind es Traditionsunternehmen, die einen besonderen Trumpf ausspielen können: die Nähe und das Gespür für den Kunden. Eines dieser Unternehmen ist das Freiburger Bettenhaus Stiegeler. Deswegen berichtete Geschäftsführerin Henrike Beck im Rahmen der vierten Unternehmenswerkstatt zum Thema „Gespür für die Kunden - Einzelhandel im Umbruch“ von ihren Erfahrungen als stationäre Händlerin und ihren Umgang mit Kunden und Mitarbeitern.

„Unsere Kunden werden persönlich und individuell und nicht nach einem Gewinnmaximierungsstreben beraten“, sagte Henrike Beck. Auf den Kunden eingehen, die Produkte persönlich erleben und dadurch einen Mehrwert schaffen. Das ist es, was den Unterschied zum Onlinehandel oder großen Handelsketten ausmache. Gerade bei einem immer stärker werdenden Wettbewerb sei dies wichtig. „Es geht mittlerweile nicht mehr nur darum einen Bedarf zu decken, sondern einen Bedarf zu wecken“, sagte Beck.

Mehr als einhundert Jahre besteht das Familienunternehmen bereits in Freiburg und praktiziert auch noch in der vierten Generation mit großem Erfolg eine werteorientierte Unternehmensführung. Heute beschäftigt das Bettenhaus Stiegeler 25 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit. Diese sind für das Bettenhaus von großer Bedeutung. „Die Mitarbeiter machen mit ihrem Gespür für den Kunden den Unterschied“, sagte Beck. Dabei spiele auch die katholische Soziallehre eine wichtige Rolle. Denn ein respektvoller Umgang im Alltagsgeschäft mit allen beteiligten Marktteilnehmern - Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten - gehöre einfach zum guten Ton.

„Wir befinden uns hier in einem exzeptionellen Fachgeschäft“, sagte Alexander Doderer Honorarprofessor an der Hochschule Furtwangen und Experte für Marketing, Kommunikation und Zukunftsfragen. „Der Kunde findet hier Struktur, Sortierung, und eine Warenpräsentation, die ihm das Gefühl vermitteln, dass hier die Welt in Ordnung ist“, so Doderer.

Aus wissenschaftlicher Sicht berichtete Doderer über die Megatrends der Zukunft: Digitalisierung, Feminisierung, Mobilität und Internationalisierung. Bei der Vertrauensbildung mit dem Kunden sei es wichtig eine Atmosphäre zu schaffen und den Einkauf zu einem Erlebnis zu machen. Nur so könne man den Kunden abholen. „Das Thema Werte ist ein ausgesprochen wichtiges, um sich zu differenzieren und um dem Kunden zu signalisieren, hier ist es wertvoller, als woanders“, sagte Doderer. „Als wertvoll kann der Kunde aber nur dort etwas empfinden, wo er selbst einen Gegenwert hat“. Damit gab Doderer den Impuls für eine lebendige Auseinandersetzung und einen Erfahrungsaustausch für die Unternehmer.

„Wir wollen voneinander lernen“, sagte Elke Martin-Ehret, Vorsitzende des BKU Diözesengruppe Freiburg und Mitorganisatorin der Unternehmenswerkstatt. „Das geht nur im Gespräch und einem Vertrauensvollen Miteinander“. Denn was vielen Unternehmen fehle, sei der gegenseitige Austausch.

Die Unternehmenswerkstatt Mittelstand ist Teil der Reihe „MehrWERT für ihr Unternehmen“ und entstand in Zusammenarbeit von Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer, des Bunds Katholischer Unternehmer (BKU) und des Fachbereichs Kirche und Wirtschaft der Erzdiözese Freiburg. Das Ziel: Wissenstransfer, nachhaltige Vernetzung und neue Impulse geben. Unter dem Motto „Austausch auf Augenhöhe“ können Unternehmer so voneinander lernen und von den Erfahrungen des anderen profitieren. „Das, was wir erreichen wollen passiert nicht auf Großveranstaltungen“, sagt Elke Martin-Ehret. „Wenn sich Unternehmer finden, die sich vertrauensvoll austauschen und zusammenarbeiten, haben wir unseren Auftrag erfüllt“.

Bei Stippvisiten in engagierten Betrieben des Mittelstandes können sich regionale Führungskräfte so bei informellen Gesprächen nachhaltig vernetzen. Hinzu kommen wissenschaftliche Impulse von Experten, die den lebendigen Diskussionen ein Fundament geben. Das Besondere an der Veranstaltung ist, dass Unternehmer sich zu Fragen äußern, die sie sich nicht täglich stellen, und dass sie die Grundlagen ihres Handelns darstellen“, sagte Wolfram Seitz-Schüle, Leiter der Koordinierungsstelle der Handwerkskammer Freiburg.

Bei allen Veranstaltungen steht ist die Frage nach den Werten, die dem unternehmerischen Handeln zugrunde liegen, im Hintergrund. „Ich glaube, wer mit Werten wirtschaftet hat einen Vorteil, weil es ihm einfach hilft, mit seiner Haltung im Einklang zu leben“, sagte Dr. Sebastian Friese, Leiter des Fachbereichs Kirche und Wirtschaft der Erzdiözese Freiburg.

In diesem Rahmen machte die Unternehmenswerkstatt bereits beim Waldkircher Orgelbauer Jäger & Brommer, der Online-Agentur für effiziente und intelligente E-Business-Lösungen re-lounge und dem Marktführer im Bereich Fahrradleasing Leaserad in Freiburg halt. Dabei wurden Themen wie Mitarbeiterführung, ökologisches Wirtschaften und werteorientierte Unternehmensführung problematisiert.

„Der Grundgedanke der Veranstaltungsreihe war es, in der Partnerschaft von Industrie und Kirche das zu thematisieren, was Werte für das tägliche Unternehmertum bedeuten und wo wir Halt finden“, sagte Michael Bertram, Leiter des Geschäftsbereichs Existenzgründung und Unternehmensförderung der IHK. „Wir sind selbst ganz fasziniert von dem Enthusiasmus, der in den Unternehmern steckt. Wie viele Gedanken sie sich über Werte machen und sich von diesen leiten lassen“. Auch deshalb sei man ermutigt weiterzumachen und diese Art der Kommunikation weiter zu fördern.

Sebastian Heilemann, Freiburg.

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