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Hochkarätig besetzte CSR-Veranstaltung des BKU in Köln

Pflicht zum Nachhaltigkeitsbericht als Vorteil?

Das Europäische Parlament hat am 15. April 2014 den Grundstein für die gesetzliche Verpflichtung zur Nachhaltigkeitsberichterstattung gelegt: Es gilt nun als sicher, dass künftig Unternehmen und Finanzinstitute entsprechende Berichte veröffentlichen müssen. In der vom Bund Katholischer Unternehmer e.V. (BKU) am 18. Juni organisierten Veranstaltung „Die Pflicht zum Nachhaltigkeitsbericht – bürokratischer Aufwand oder betriebswirtschaftlicher Vorteil?“ wurde diskutiert, wie sich Unternehmen und Finanzinstitute darauf vorbereiten und welchen Nutzen sie aus dieser Pflicht ziehen können.
Diskutierten die Verpflichtung (v.l.): Prof. Dr. Günther Bachmann, Riccarda Retsch (Rat für Nachhaltige Entwicklung), Uwe Bergmann, Prof. Dr. Theresia Theurl, Tom Veltmann, Anton Bausinger und Matthias Buck.
Moderiert von Jürgen Kleikamp, Leiter des WDR Büros Bonn, sprachen in der Deutschen Bank Köln Professor Dr. Günther Bachmann, Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung, Uwe Bergmann, Director Sustainability Management bei der Henkel AG & Co. KGaA, Professorin Dr. Theresia Theurl, Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Genossenschaftswesen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Tom Veltmann, Geschäftsführer von HP-FundConsult, sowie Anton Bausinger, Geschäftsführer der Friedrich Wassermann GmbH & Co.

Betroffen: Unternehmen von öffentlichem Interesse

Einführend stellte BKU-Mitglied Veltmann den Rahmen der Nachhaltigkeits- und CSR-Systematik vor. Er betonte, dass „Unternehmen die Zeit bis zur gesetzlichen Verpflichtung nutzen sollten, um ihr Nachhaltigkeitsmanagement und ihren Nachhaltigkeitsbericht rechtzeitig zu erstellen“. Die Mitgliedsstaaten haben nach dem Beschluss des Europäischen Rats zwei Jahre Zeit, die europäischen Vorgaben in nationale Gesetzgebung umzusetzen. Von der Verpflichtung sind Unternehmen von öffentlichem Interesse mit mehr als 500 Beschäftigten betroffen. Darunter fallen börsennotierte Unternehmen sowie Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen. Hinzu kommen Unternehmen, die die Mitgliedsstaaten als Unternehmen von öffentlichem Interesse bestimmen.

Veltmann präsentierte verschiedene Berichtsstandards, die als Maßgaben für die Berichtserstellung gelten werden. Dazu zählen unter anderem der international führende Berichtsstandard der Global Reporting Initiative, der UN Global Compact der Vereinten Nationen, der Leitfaden gesellschaftlicher Verantwortung nach DIN ISO 26000, die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen sowie der jüngst aktualisierte Deutsche Nachhaltigkeitskodex, den Professor Bachmann vorstellte.

Kanzlerin Merkel empfiehlt, sich mit Nachhaltigkeitskodex zu befassen
Alle Berichtsstandards geben einen Überblick im komplexen Themenfeld der Nachhaltigkeit und seiner Integration ins Unternehmen. Sie bestimmen die Anforderungen an die Unternehmen in den Themenbereichen Wirtschaft, Soziales und Umwelt für ihre Nachhaltigkeitsarbeit. Professor Bachmann illustrierte zudem die politischen Entwicklungen und wies auf die Empfehlung von Bundeskanzlerin Angela Merkel für Unternehmen hin, sich den jüngst aktualisierten Deutschen Nachhaltigkeitskodex anzuschauen.

Uwe Bergmann zeigte am Beispiel der Nachhaltigkeitsarbeit bei Henkel, wie wichtig die Konzentration auf die für das Unternehmen relevanten Nachhaltigkeitshemen ist. Diese Themen sollten individuell von der jeweiligen Wertschöpfungskette des Unternehmens abgeleitet werden. Henkel bewerte die Nachhaltigkeit seiner Produkte mit umfassenden Kriterien im gesamten Produktlebenszyklus: von den zugelieferten Rohstoffen, der Produktion und Logistik, im Einzelhandel sowie bei der Anwendung durch die Verbraucher bis hin zur Entsorgung. Professorin Theurl betonte die Bedeutung des „Nachhaltigkeitsbewusstseins“ in unserer Gesellschaft als maßgeblichen Treiber für die Entwicklung entsprechender Angebote und nachhaltiger Produkte von Unternehmensseite.

Praxisbeispiele veranschaulichen Nachhaltigkeitsarbeit
Anhand verschiedener Praxisbeispiele wurden Wettbewerbsvorteile von Nachhaltigkeitsstrategien und -produkten diskutiert. So stellte Anton Bausinger sein Bauprojekt eines Green Buildings vor: Über die Schonung natürlicher Ressourcen hinaus erwirtschafte es mit seiner hohen Energieeffizienz Kosteneinsparungen sowie eine höhere Mietpreisakzeptanz. Auch Matthias Buck, Sprecher der Geschäftsleitung der Deutsche Bank AG Köln und Gastgeber an diesem Abend, zeigte am konkreten Beispiel seines Hauses, mit welchen Aspekten und welcher Systematik eine Nachhaltigkeitsarbeit betrieben werden kann und welchen Herausforderungen es zu begegnen gilt.

Das Fazit der Veranstaltung: Die Nachhaltigkeitsberichterstattung und -kommunikation wird sicherlich zur Systematisierung der Nachhaltigkeitsarbeit beitragen. Den aktiven Unternehmen bietet sich damit auch eine Möglichkeit zur Positionierung im Wettbewerb sowie zur verbesserten Zukunftsfähigkeit. Die gesetzliche Verpflichtung wird dieser Entwicklung einen wesentlichen Schub verleihen.

Über 100 Gäste, darunter auch viele Nicht-BKU’ler, beteiligten sich an der lebhaften Diskussion im Anschluss. Als gemeinsame Aktion der Diözesangruppen Köln, Münster, Düsseldorf, Aachen, Bonn und Ruhrgebiet auf jeden Fall eine Wiederholung wert – so die Einschätzung der Teilnehmer und Organisatoren.


Pressemitteilung zum Download

Artikel im BKU-Journal 3/2014 zum Download
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