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„Andere Vorstellungen begeistern mich mehr"

Regierungssprecher Steffen Seibert zu Gast

Steffen Seibert wollte „gern" Sprecher der Bundesregierung werden. „Als der Anruf kam, spürte ich sofort, dass ich Lust auf diese Herausforderung hatte", sagte der ehemalige ZDF-Nachrichtenmoderator Ende Januar als Gast der BKU-Diözesangruppe Berlin. Bedenkzeit habe er nicht gebraucht. Vor rund 60 Zuhörern bezeichnete Seibert seinen Wechsel im August 2010 als einen „Weg ins Offene".

Erst sehr spät sei ihm klargeworden, dass er mit dem neuen Job auch automatisch Chef des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung mit rund 450 Mitarbeitern wird. Zwar habe Angela Merkel im ersten Gespräch auch gefragt, ob er wisse, dass er sehr viel arbeiten müsse, aber diese Dimension habe er dann doch „etwas unterschätzt". „Еs ist wahnsinnig viel zu tun" sagte der 52-Jährige.




Enge Zusammenarbeit mit Bundeskanzlerin

Als Regierungssprecher informiert Seibert die Öffentlichkeit über die Arbeit der Bundesregierung, gleichzeitig transportiert er Informationen von außen zur Bundeskanzlerin. „Die Zusammenarbeit mit Angela Merkel ist eng und vertraut" sagte Seibert. Sie sei als Chefin ideal, weil sie durch ihre Erfahrungen als stellvertretende Regierungssprecherin der DDR-Regierung von Lothar de Maizière wisse, wie man wann und in welcher Form etwas kommunizieren muss.
Nach seinen Angaben ist Seibert bei den meisten Terminen der Bundeskanzlerin und im Prozess der Meinungsfindung dabei, „er bekommt nichts Vorgekautes vorgesetzt". In seiner jetzigen Tätigkeit dringe er inhaltlich viel tiefer in Themen ein, als er das als Journalist je vermochte, antwortete der gebürtige Münchner auf eine entsprechende Frage.

Wachsendes Interesse im Ausland an Deutschland
Seibert, der vor zehn Jahren zum Katholizismus konvertierte, ging auch auf aktuelle Entwicklungen ein. Der internationale Wirkungskreis des Regierungssprechers sei heute größer als vor Jahren, das Ausland interessiere sich stärker für Deutschland, sagte er. So habe die Zahl der ausländischen Journalisten in der Bundespressekonferenz beträchtlich zugenommen. Zudem hätten in den vergangenen Jahren die neuen Medien die Gesellschaft verändert, eine Entwicklung, die nicht mehr umkehrbar sei. Seibert betreibt selbst aktiv einen Twitter-Account. Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, Politiker zu werden, antwortete der Journalist ausweichend: „Andere Vorstellungen begeistern mich mehr".

Während der Veranstaltung wurden die BKU-Mitglieder sogar Zeuge praktischer Regierungsarbeit. Seibert wurde mit der Anfrage konfrontiert, ob die Bundesregierung noch am Abend oder erst am nächsten Morgen die Abdankung der niederländischen Königin Beatrixe kommentieren solle.

Fides Mahrla



Die Heilige Messe zelebrierte Pfarrer Dr. Ernst Pulsfort, die Moderation übernahm in bewährter Weise Hermann Gerbaulet. BKU-Vorsitzender Mario Ahlberg eröffnete und beschloss den hochinteressanten Abend. Bei Wein und Brezeln tauschten sich die Gäste über das Erlebte aus.
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