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Verantwortliches Handeln lohnt sich: Uniapac-Konferenz in ZŘrich

Im Konflikt mit den eigenen Werten

„Verantwortliches Handeln lohnt sich“, lautete der Titel einer internationalen Konferenz des Dachverbandes Christlicher Unternehmerverbände Uniapac und des Schweizer Schwesterverbandes des BKU, der Vereinigung Christlicher Unternehmer der Schweiz, vom 2. bis 4. Mai in Zürich. Erfolgreiche Unternehmer aus unterschiedlichen Ländern  unterstrichen diese Aussage mit teils sehr persönlichen Berichten über ihre Erfahrungen mit werteorientierter Unternehmensführung.
Burkhard Leffers, stellvertretender BKU-Bundesvorsitzender und Prńsident der Uniapac Europa.
Sie betonten, wie wichtig im unternehmerischen Alltag gerade in Krisen und Konfliktsituationen grundlegende Werte wie Ehrlichkeit und Respekt seien – und wie wenig selbstverständlich sie zugleich wären. „Sagen Sie die Wahrheit – und nicht die halbe Wahrheit, denn die ist zur Hälfte falsch“, forderte Josè Ignacio Mariscal, Präsident des weltweit führenden Backwarenkonzerns  Bimbo mit Hauptsitz in Mexiko-Stadt und ehemaliger Präsident von Uniapac International. Ohne Wahrheit gebe es keine Transparenz, und ohne Transparenz keine guten Lösungen.

Im Konflikt mit den eigenen Werten
Von Konflikten mit eigenen Werten berichteten Francis Bouchard, Head of Government and Industry Affairs der global tätigen Zurich Versicherung, Eva Jaisli, CEO des weltweit agierenden schweizerischen Familienunternehmens PB Swiss Tools, und Alfredo Manuel Silva, Vice President des Nestlé-Konzerns,  insbesondere für Konfliktgespräche mit ihren Mitarbeitern. „Doch Verletzungen der Wertestruktur des Unternehmens kann man nicht dulden, da muss man Konsequenzen ziehen“, betonten sie übereinstimmend. Entscheidend sei, vorab alle Seiten anzuhören und die eigenen Gründe und Standpunkte klar zu machen.

Weniger eindeutig seien die erforderlichen Konsequenzen in Fällen, in denen die individuelle Leistung zu wünschen übrig lasse, sagte Bouchard. „Ich reduziere eigene Konflikte in diesen Fällen, indem ich zunächst versuche, die Gründe dafür herauszufinden und zu helfen“, sagte Jaisli, die den Werkzeughersteller in der vierten Generation führt. Auch auf unkonventionellen Wegen – sie habe dazu auch schon ein gemeinsames Gespräch mit einem Mitarbeiter und dessen Ehefrau geführt.

„Behandle jeden Menschen als Person“, fasste Mariscal seine Einstellung zusammen. Die Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre sei insbesondere auch ein Problem fehlenden Respekts gewesen – gegenüber anderen Personen, aber auch gegenüber dem Gemeinwohl. „Wir haben von der vorherigen Generation viel erhalten – und haben die Verantwortung, das Reich Gottes zu erhalten und weiterzuentwickeln.“

Bischof Gmür: Verantwortung macht tugendhaftes Unternehmen aus
Das Bewusstsein für diese Verantwortung mache aus seiner Sicht ein „tugendhaftes Unternehmen“ aus, sagte Dr. Philipp Aerni, Direktor des Center for Corporate Social Responsibility an der Universität Zürich: Nicht nur den eigenen Profit im Auge zu haben, sondern auch etwas für die Menschheit tun zu wollen.  „Das Gute für jeden Menschen, das Bonum, strebten schon Platon und die Lateiner an“, bestätigte Mgr. Dr. Felix Gmür, Bischof von Basel. Er warnte davor, Moral zu sehr auf volatilen, subjektiven Werten aufzubauen. Die Leitvorstellung des „Bonum“ sei auf nachvollziehbare, rationale Gründe zu beziehen, und somit weitgehend objektiv. Die – allerdings komplementären – Prinzipien der Katholischen Soziallehre könnten dabei helfen, es zu erreichen:  Personalität, Subsidiarität und Solidarität.

„Wir produzieren umfassende Unternehmensleitbilder und Führungsgrundsätze, die im Regal verstauben. Warum konzentrieren wir uns nicht auf Zehn Gebote für Unternehmer, basierend auf den Prinzipien der Katholischen Soziallehre?“, fragte Burkhard Leffers, stellvertretender BKU-Bundesvorsitzender und Präsident von Uniapac Europa. „Widerspruch ist gewünscht!“, formulierte er als ein Beispiel. Das sei Ausdruck des Subsidiaritätsprinzips. Experten wüssten viele Dinge besser als „der große Boss“. Oder „Fehler sind erlaubt!“: „Wir müssen unsere Mitarbeiter ernst nehmen mit all ihren Fehlern, denn sie sind von Gott so geschaffen.“

Zehn Gebote für "Sandwich-Manager"
Die Herausforderung sei, auf diesem Wege eine insbesondere für die sogenannten „Sandwich-Manager“ hilfreiche Handreichung zu entwickeln: Führungskräfte, die unternehmerische Verantwortung für Gruppen oder Regionen und ihre dort beschäftigten Mitarbeiter trügen, die aber zugleich Druck vom Konzernchef auf der höheren Ebene bekämen.

Dr. Vera Bünnagel


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