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FŘnfte Eichstńtter Gesprńche von BKU und Katholischer Universitńt

Christliche Werte & FŘhrungskultur

Eine erfolgreiche fünfte Runde der Eichstätter Gespräche fand vom 20. bis 22. Februar statt. Auf Einladung des BKU, der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle diskutierten rund 100 Teilnehmer mit hochkarätigen Rednern über die ethische Führung und das christliche Menschenbild für eine mögliche Unternehmenskultur.

Redeten nicht nur, sondern lachten auch miteinander (v.l.): Professor Dr. Arnold Picot, Professorin Dr. Antoinette Weibel und Christoph Obladen, Leiter Personalmanagement Heraeus Holding.
Die bayerische Wirtschaftsministerin und stv. Ministerpräsidentin Ilse Aigner äußerte sich optimistisch, dass der zu beobachtende Rückgang christlicher Kultur keineswegs mit generellem Werteverfall gleichzusetzen sei.

Ehrlichkeit, Anstand und Moral im Geschäftsleben stünden nach der Finanzkrise sogar höher im Kurs. Jedoch müssten sie aufwendiger legitimiert werden. Eine christlich fundierte soziale Marktwirtschaft müsse sich am Menschen und seinen Lebensbedingungen orientieren - etwa bei der Familienförderung. Sie betonte die Bedeutung des Mittelstandes zur „langfristigen Sicherung des Wohlstandes“.
Dieter Seehofer, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Ingolstadt, berichtete über Erfahrungen bei der Gestaltung eines internen Wertekatalogs. Christoph Kuhn, Domkapitular im Bistum Eichstätt, referierte aus kirchlicher Perspektive und zitierte das Apostolische Schreiben „Evangelii Gaudium“ von Papst Franziskus mit seiner Forderung nach Wachstum in Gerechtigkeit.

Der nichtöffentliche Tagungsteil begann mit einem Panel über Herausforderungen guter Führung in einer globalisierten Wirtschaft und angesichts von Kulturen mit anderen Wertevorstellungen. Dr. Daniel Gäthke referierte seine Promotionsschrift zu kulturellen Grundlagen der Korruption und Implikationen für internationales Management. BKU-Mitglied Anton F. Börner, Unternehmer und Präsident des Bundesverbandes Großhandel, betonte die Notwendigkeit eines konsistenten Wertegerüstes gerade für die globale Führungpraxis.
Zu den Herausforderung durch Digitalisierung und Beschleunigung von Kommunikation und Entscheidungsprozessen präsentierte Sylke Maringer von Lux Impuls Spannungsfelder, unternehmerische Herausforderungen und veränderte Anforderungen an Führungskräfte. Dr. Hilmar Schneider, Gründungsdirektor des Luxemburger Forschungsinstituts CEPS erläuterte, warum prinzipiell erwünschtes ‚Mit-Unternehmertum’ von Angestellten Folgeprobleme aufwirft, wenn die Fähigkeit zur Work-Life-Balance fehlt.
Der stellvertretende BKU-Vorsitzende Gerhard Lux referierte, was Christliche Führung in Bezug auf Führungspersönlichkeit, Unternehmenskultur und Organisationsstruktur ausmache. Commerzbank-Vorstandsmitglied Dr. Stefan Schmittmann stellte seine Erfahrungen als Führungskraft einer Großbank nach der Finanzkrise vor.

Wissenschaftlich war die Debatte zwischen Professor Dr. Arnold Picot (LMU München) und Professorin Dr. Antoinette Weibel (Universität St. Gallen) ein Höhepunkt. Picot betonte Anwendungsmöglichkeiten der ‚Prinzipal-Agent Theorie’. Weibel kritisierte deren Kernannahmen aus Perspektive der ‚Positive Organizational Scholarship’. Sie stellte dem Homo oeconomicus empiriebasiert das Menschenbild des ‚Homo Felicitas’ gegenüber: Menschen fänden Arbeit wichtig und strebten danach, ihren Einfluss- und Entscheidungsbereich zu vergrößern. Im richtigen Umfeld wüchsen sie von innen heraus in Verantwortung hinein. Peter Schallenberg  kommentierte dies aus der Sicht der Theologischen Sozialethik. Beide Theorien hätten Gültigkeit in bestimmten Kontexten.

Interessiert an der Meinung der anderen: (v.l.) Domkapitular Dr. Christoph Kühn, die stv. Ministerpräsidentin und Bayerische Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, Ilse Aigner MdL, und Prof. Dr. Michael Rutz


Der letzte Punkt der Tagung war der Managementausbildung gewidmet. Ludger Gooßens, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, referierte zur Praxis der Sparkassen bei der Ausbildung von Führungskräften, Dr. Tania Masloh zu denen der Marienhaus Holding. Als ehemaliger Personalvorstand von Lufthansa und Deutscher Telekom nahm Thomas Sattelberger kritisch zu Entwicklungen der letzten Jahre Stellung. Professorin Dr. Elisabeth Kals, Dekanin der Philosophisch-pädagogischen Fakultät, präsentierte Potenziale der Psychologie in der Ausbildung von Führungskräften.
Cristian R. Loza-Adaui
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