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10 Thesen für christliche Unternehmer und Führungskräfte

1. Unternehmer- und Führungskräftetag in Magdeburg

Am 7. September fand im Rahmen der Magdeburger Gespräche der erste Unternehmer- und Führungskräftetag statt. Nach einer Bischofmesse in der Kathedralkirche St. Sebastian hatten BKU, Katholische Akademie und Europäische St. Norbert Stiftung eingeladen, über das Evangelium vom Barmherzigen Samariter zu reflektieren. Das Evangelium vom Barmherzige Samariter lädt ein, über Grenzen hinweg zu schauen und zugleich im Kleinen - den Familien, den Gemeinden, den Freundeskreisen, den Unternehmen - das einzuüben was die Gesellschaft im Großen verändern kann: Liebende Barmherzigkeit und tätige Solidarität.

Beim Magdeburger Führungskräftetag (v.l.): Pater Clemens Dölken O. Praem, Generalvikar Raimund Sternal, BKU-Bundesgeschäftsführer Martin Wilde, der Magdeburger DG-Vorsitzende Peter v. Pokrzywnicki, und Dr. Grütz von der Katholischen Akademie.

Nach einer sehr interessanten Einführung in die Handreichung "Zum Unternehmer berufen" des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden durch BKU- Geschäftsführer Martin Wilde, der maßgeblich an der Übersetzung dieses Textes mitgewirkt hat, wurde beim gemeinsamen Sommerempfang intensiv darüber diskutiert. Dabei wurden als „Magdeburger Erklärung“ zehn Thesen zur Sozialen Marktwirtschaft aus Sicht von Unternehmern und Führungskräften erarbeitet.



    Die Thesen

 1. Die von Papst Franziskus wieder neu betonte christliche Kategorie der Barmherzigkeit ist zutiefst biblisch und bedarf der Erhellung in der katholischen Soziallehre. Papst Benedikts XVI. hat hervorgehoben, dass die Liebe und Barmherzigkeit Gottes jeden dankbaren Menschen bewegen, selbst barmherzig zu sein – das gilt auch und gerade für reflektiert handelnde christliche Unternehmer und Führungskräfte.

2. Barmherzigkeit einerseits und vom Wettbewerb geforderte ökonomische Effizienz andererseits widersprechen sich nicht, wenn sie durch gerechte wirtschaftliche Rahmenbedingungen der (globalen)Gesellschaft und durch ein ethisches Mehr aller christlichen Weltgestaltung verbunden werden, fördern sie vielmehr das Gemeinwohl.

3. Barmherzigkeit und Liebe fordern laut Paul VI. als Mindestmaß den Einsatz für Gerechtigkeit; darüber hinaus treiben sie zu einem Streben nach noch mehr Gutem auch und gerade für die Ärmsten an.

4. Unternehmer und Führungskräfte sollen Teil eines funktionierenden Wettbewerbs sein; sie müssen deshalb einen „Verfassungspatriotismus“ für faire Wettbewerbsregeln entwickeln, d.h. wo nötig aktiv Verantwortung für das Funktionieren der Institutionen- bzw. Rahmenordnung der Wirtschaft und Gesellschaft übernehmen.

5. Unternehmer und Führungskräfte nehmen am Wettbewerb teil, weil sie leistungsbewusst, leistungsorientiert und risikobereit mit anderen um die beste Leistungserbringung für alle wetteifern wollen – nur dafür steht ihnen Gewinn zu.

6. Unternehmer und Führungskräfte müssen notwendig Innovateure sein – auch im Hinblick auf die Gestaltung der Gesellschaft der Zukunft.

7. Ethik und Wirtschaft sind zwei parallele, unterschiedliche Zugangsweisen auf die Wirklichkeit; sie können sich aber wechselseitig befruchten und dabei hohe Synergien entwickeln, was Unternehmern und Führungskräften ethisches Handeln erleichtert, ja es belohnen kann.

8. In der Wirtschaft haben christliche Unternehmer und Führungskräfte im Verein mit der Kirche hohe professionelle Anforderungsstandards entwickelt; hinter diese darf auch im kirchlich-karitativen Bereich um der Menschen willen nicht zurückgefallen werden.

9. Zukunftsoptimismus hinsichtlich der Entwicklung und Gestaltung von Gottes guter Schöpfung für die gesamte Menschheitsfamilie ist christlichen Unternehmern und Führungskräften sowohl Auftrag als auch Kriterium ihres Selbstverständnisses. Daraus folgt u.a., keinesfalls ganze Kontinente oder Bevölkerungsgruppen für die nächsten Jahrzehnte einfach aufzugeben.

10. Unternehmer und Führungskräfte bedürfen der angemessenen Würdigung und Wertschätzung sowie Vermittlung ihrer gemeinwohldienlichen Funktion, auch der Seelsorge durch die Kirche und nicht zuletzt des Gebetes.

 

Hier finden Sie die Magdeburger Erklärung und die "Salzkörner" mit einem Artickel zu "Zum Unternehmer berufen" zum Download.

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