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Jahresfahrt der Regensburger DG nach Tallinn, Pernau und Riga

Herbstreise 2011: zu Besuch im äBaltikumô

Nach der Portugal-Reise im letzten Jahr (BKU-Journal 4 2010, S. 35) zog es die Diözesangruppe Regensburg dieses Jahr in nordöstliche Richtung: nach Estland und Lettland, wo 13 Mitglieder und Freunde des BKU nicht nur die jeweilige Landeshauptstadt – Tallinn und Riga - aufsuchten, sondern auch das Strandbad Pernau, die „Sommerhauptstadt“ Estlands. Eine Woche lang (vom 29. Juli bis zum 5. August 2011) besuchten sie nicht nur die üblichen touristischen Sehenswürdigkeiten, sondern suchten auch und gerade über das persönliche Gespräch mit Personen und Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Kirche den direkten Kontakt mit zwei Ländern, die aus südwestlicher Perspektive häufig in einen Topf geworfen werden, ohne dass sie aber wirklich zusammen gewachsen wären.
Denn: „das Baltikum“ gibt es bis heute nicht, auch wenn sowohl Tallinn als auch Riga zum „Livländischen Drittel“ der Hanse gehörten und nicht zuletzt deshalb das UNESCO-Prädikat „Weltkulturerbe“ führen. Gleichwohl weisen die Hauptstädte Estlands und Lettlands schon städtebaulich deutliche Unterschiede auf: während sich Tallinn, 2011 neben dem finnischen Turku Kulturhauptstadt Europas, mit mittelalterlichen Türmen und Toren zeigt, glänzt Riga mit ganzen Straßenzügen aus Jugendstil.

Sprachlich trennt Estland, das sich auch wirtschaftlich und politisch eher nach Finnland orientiert, bereits die Estnische Sprache von Lettland, das sich mehr nach Litauen oder sogar Russland orientiert: so gehört das Estnische zur finno-ugrischen Sprachgruppe, während die lettische – baltische - Sprache noch der indogermanischen Sprachfamilie zuzurechnen ist und Anklänge an das Slawische hören lässt.

Wirtschaftlich zahlen sich die Unterschiede in Mentalität und Lebenseinstellung seit Anfang des Jahres in barer Münze aus: hat Estland bereits den Euro, muss man in Lettland noch bis (mindestens) 2014 in „Lats“ (LVL) umtauschen, die immerhin schon mit einem festen Wechselkurs an den Euro gekoppelt sind. Während Estland ein strenger Sparkurs wieder „auf Kurs“ gebracht hat, schlingert das Lettische Staatsschiff noch arg gebeutelt durch die Stürme der Wirtschafts- und Finanzkrise. Was für – zum Teil durchaus harte – Einschnitte dies aus Unternehmersicht mit sich bringt, erläuterten sowohl Michael J.J. Stenner (Direktor des Hotels Telegraaf und Regionalpräsident der Deutsch-Baltischen Handelskammer für Estland) als auch Ginta Petra (Leiterin des lettischen Büros der Deutsch-Baltischen Handelskammer) aus erster Hand.



Wie die Reisegruppe des BKU im Anschluss mit Botschafter Dr. Klaus Burckhardt und dessen Attachés Dirk Dresselhaus und Thomas Rouzanova erörtern konnte, führte in Lettland eine Korruptionsaffäre sogar – erst eine Woche vor Reiseantritt – zur Auflösung des Parlaments, die der frühere Präsident (Valdis Zatlers) noch über ein Referendum angestoßen hatte. 95 Prozent der abgegebenen Stimmen entschieden sich für Neuwahlen und zeigen, dass die Bevölkerung Lettlands, das im Wesentlichen über drei Oligarchen „regiert“ wird, derlei Verflechtungen zwischen Wirtschaft und Politik nicht länger mitmachen will.



Kirchlich ist freilich Estland noch mehr Diaspora als Lettland: während es dort immerhin 16 Prozent Katholiken gibt, beläuft sich deren Anteil an der Estnischen Bevölkerung gerade einmal auf ein halbes Prozent. Erzbischof Zbignevs Stankevics hob zum Abschluss der Reise überzeugend hervor, wie wichtig gerade in einer solchen Lage die Zusammenarbeit mit den ökumenisch verbundenen Christen ist. Begeistert von der Aufbruchstimmung des 56-jährigen, der erst vor einem Jahr (im evangelischen Dom) zum neuen Erzbischof von Riga geweiht worden war, traten die Mitglieder und Freunde des BKU, bereichert durch vielfältige Eindrücke, ihre Heimreise an.
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